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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Oktober 2014

Soziales: Armut grenzt aus

 

Fachtagung zur landesweiten Aktionswoche

Armut ist eine Herausforderung. Für arme Menschen selbst und für die Gesellschaft, in der sie leben. Auch in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs und guter Arbeitsmarktprognosen, auch in einer wohlhabenden Stadt wie Karlsruhe.

22.000 Menschen lebten am Rande der Armut, über 400 seien derzeit wohnungslos, nannte Bürgermeister Martin Lenz während einer Tagung von Stadt und Liga der freien Wohlfahrtspflege im vollbesetzten Albert-Schweitzer-Saal am Dienstag, 14. Oktober, Zahlen. Und eine Trendwende sei nicht auszumachen. Im Gegenteil. Zwar habe man 130 wohnungslose Familien und 60 Kinder betreut untergebracht, trotzdem gebe es keine Entspannung. „Die Wohnungsnot ist mitten in der Gesellschaft angekommen“, verwies Liga-Vorsitzende Ulrike Sinner auf die landesweite Aktionswoche „Armut bedroht alle“ mit ihrem Schwerpunkt auf dem Thema „Wohnen“.

Seit zwei Jahrzehnten hat sich Karlsruhe mit Unterstützung der Politik der Armutsbekämpfung verschrieben, hat als ein Instrument den Karlsruher Pass wiedereingeführt und Leitlinien zur Linderung von Kinder- und Altersarmut festgeschrieben. „Es gibt nicht viele Städte, die das Thema so konsequent nach vorne schieben“, lobte der Wiener Soziologieprofessor und Tagungsreferent Jens Dangschat die Anstrengungen in der Fächerstadt.

Einen Vortrag hielt an diesem Nachmittag auch Susanne Gerull, die in Berlin einen der wenigen Lehrstühle innehat, der sich explizit mit Armut beschäftigt. Dort ziehe sie Karlsruhe gerne als „tolles Beispiel“ heran, weil hier das Thema Armut strategisch angegangen und nicht lediglich reagiert werde. -maf-

 
 

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