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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Oktober 2014

Welttag Seelische Gesundheit: Die Selbsthilfe hat hohe Bedeutung

 

Erfahrungsberichte Betroffener

Wer psychisch erkrankt ist, ist auch heute noch vielmals mit einem Stigma behaftet. Dies ließ sich aus einem Forum mit Erkrankten und Angehörigen herauslesen, das im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Welttag der seelischen Gesundheit am Dienstag, 14. Oktober, im Regierungspräsidium am Rondellplatz stand.

Die Gemeindepsychiatrischen Verbünde von Stadt und Landkreis Karlsruhe hatten ihre Mitglieder - verschiedene Organisationen und Institutionen im Gesundheitsbereich und in der Prävention - im Foyer versammelt, um über seelische Gesundheit und Abhängigkeiten zu informieren und zu diskutieren.

Moderatorin Andrea Sauermost hatte zu vier Gesprächsrunden auf die Bühne gerufen, darunter eine, bei der Betroffene selbst zu Wort kamen. Sie bedankte sich bei allen, dass sie den Mut aufgebracht haben, in der Öffentlichkeit über ihre Erkrankung oder über die Erkrankung Angehöriger zu reden „und so anderen Mut machen, sich ebenfalls zu ihrer Erkrankung zu bekennen und so erste Schritte zur Therapie zu gehen“. Da war etwa Rainer Bansbach, der in den 1990er Jahren persönliche Schicksalsschläge erlitten hatte und zusätzlich durch Stress am Arbeitsplatz psychisch krank wurde. Er war mehrfach in psychiatrischer Behandlung, ist inzwischen zwar wieder stabil, aber nicht arbeitsfähig. Geholfen haben ihm Selbsthilfeorganisationen, deren Treffen seinem Tagesablauf eine Struktur gegeben haben. Ähnlich erging es Ulrich Fischer, der inzwischen eine Ausbildung absolviert und Handball spielt. Er empfiehlt kleine Schritte.

Die Vertreterinnen der Anonymen Alkoholiker und von Narcotics Anonymous sahen es als wichtig an, dass die Betroffenen selbst von ihrem Suchtproblem wegkommen wollen, auch wenn sie Rückfälle erleiden sollten. Dagmar hatte eine psychische Erkrankung und wurde in deren Folge alkoholkrank. Sie leitet eine Gruppe von Frauen, die missbraucht und geschlagen wurden. Sie sagt, so lange die Seele nicht geheilt sei, könne man nicht zufrieden abstinent sein.

Schließlich berichteten Dr. Wolfgang Breidert und Barbara Mechelke von ihren Erfahrungen als Angehörige und wie ihnen Selbsthilfegruppen beistanden. -erg-

 
 

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