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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Oktober 2014

Gemeinderat: Bekenntnis zum Fußball

 

Debatte im Gemeinderat zum Stadionneubau im Wildpark

„Wollen wir weiter Profifußball oder lassen wir es sein?", mit diesen Worten eröffnete Detlef Hoffmann (CDU) am Dienstag die Debatte zum Neuen Fußballstadion. Gegenüber einem „für die Stadt solide finanzierbaren Neubau der in 33 Jahren komplett abbezahlt ist", sei eine Sanierung „reine Geldvernichtung", weil sie sich weder für die Stadt noch für den KSC wirtschaftlich rechne.

Als  „Meisterstück kommunalpolitischer Arbeit" bezeichnete SPD-Fraktionschef Parsa Marvi das Engagement von OB Dr. Mentrup und aller Beteiligten, das zum „Wendepunkt einer 20-jährigen Debatte" geführt habe. Nun könnten alle „unfinanzierbaren Alternativen ins Reich der Phantasie verabschiede werden". Eine Generalsanierung verschlinge Millionen, verbessere aber nicht die Situation des Pächters, forderte Marvi auf, den Profifußball, nicht aufs Spiel zu setzen.

„Wer zustimmt, gefährdet den Profifußball", widersprach dem Johannes Honné (GRÜNE). Das Neubauprojekt sei zu diesem Preis nicht zu haben und die angedachte Pacht setze die Existenz des KSC aufs Spiel. „Wir können es uns nicht leisten", forderte Honné, nur die Gegentribüne und die Kurven neu zu bauen. „Das reicht völlig aus für professionellen Fußball", hielt GRÜNE-Fraktionsvorsitzende Bettina Lisbach die Verwaltungsvorlage für „extrem einseitig".

Die Planungen für einen Neubau weiter vorantreiben, einen Vertrag mit dem KSC aushandeln und dann über die endgültige Umsetzung entscheiden, empfahl Dr. Eberhard Fischer (KULT) als weitere Vorgehensweise. Das Projekt könne noch jederzeit scheitern, denn das Paket sei das Äußerste was machbar sei.

„Heute ist ein guter Tag für den KSC" sah FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas H. Hock die Zeit für ein klares Bekenntnis zu einem Neubau gekommen und appellierte an „Mieter und Vermieter" die ordentliche Vorarbeit nicht aufs Spiel zu setzen.

„Wir sind grundsätzlich für ein neues Stadion, aber dieses Konzept überfordert den KSC und verlagert das Risiko auf die Stadt", äußerte sich Marc Bernhard (AfD)

Von „Trickserei" und „Zahlentricks", um eine „Steuerzahlerarena" durchzuboxen sprach Niko Fostirpoulos (Linke). Ein neues Stadion müsste zu 80 Prozent vom KSC selbst finanziert werden.

„Das Werk ist vollendet" erhofft  sich dagegen Friedemann Kalmbach (GfK) mit der Grundsatzentscheidung eine neue Aufbruchstimmung in der Stadt. Nicht einverstanden war er damit, dass sein GfK-Kollege, KSC-Profi Reinhold Yabo, wegen Befangenheit nicht an der Beratung durfte.

Er sei für einen Neubau „aber nicht um jeden Preis", beklagte Jürgen Wenzel (FW) ebenso wie Stefan Schmitt (Parteilos) noch Mängel an der geplanten Finanzierung. „Ein Restrisiko gibt es immer", sprach dagegen Dr. Raphael Fechler (SPD) von einem seriös gerechneten Modell. -fis-

 
 

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