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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Oktober 2014

Gemeinderat: Grundsatzentscheidung zum Fußballstadion im Wildpark

VOLLBESETZTE RÄNGE UND SPORTLICHE ERFOLGE wünschen sich der KSC und die Stadt im neuen Fußballstadion: In 33 Jahren soll das 88,8 Millionen-Projekt abbezahlt sein. Foto Fränkle

VOLLBESETZTE RÄNGE UND SPORTLICHE ERFOLGE wünschen sich der KSC und die Stadt im neuen Fußballstadion: In 33 Jahren soll das 88,8 Millionen-Projekt abbezahlt sein. Foto Fränkle

 

Klare Mehrheit für Neubau / Abstimmungsgespräche mit dem KSC gehen in die Endphase

Das altehrwürdige Wildparkstadion hat ausgedient: Mit Zweidrittelmehrheit sprach sich der Gemeinderat am Dienstag dafür aus, die Planungen für einen 88,8 Millionen Euro (netto) teuren Stadionneubau voranzutreiben und die Verhandlungen mit dem KSC über Pachtzahlungen und Betrieb der Sportstätte zum Abschluss zu bringen.

Endgültig vom Tisch sind damit die Überlegungen, das vorhandene Stadion lediglich zu sanieren. Nach den vorgelegten Kostenberechnungen wären dazu mindestens zwischen 35,1 und 40,8 Millionen Euro zu investieren gewesen.

„Nach dem im letzten Jahr gefassten Grundsatzbeschluss im Wildpark zu bleiben, haben wir unsere Hausaufgaben für den nächsten Schritt gemacht", erläuterte OB Dr. Frank Mentrup die geleistete intensive Vorarbeit in Projektgruppen und die umfangreiche Kommunikation, die zu dem im Gemeinderat vorgelegten Beschlussvorschlag geführt habe. Danach soll mit einem auf insgesamt 88,8 Millionen Euro (netto) begrenzten Kostenrahmen ein neues, 35 000 Zuschauer fassendes Fußballstadion im Wildpark errichtet werden.

Für den Baukörper selbst sind 60 Millionen Euro angesetzt, hinzu kommen 3,5 Millionen Euro für den Abbruch der Haupttribüne, 1 Million Euro an Mehrkosten für den Umbau während des laufenden Spielbetriebs, 10 Millionen Euro für ein Hospitality-Parkdeck und 14,3 Millionen Euro für die Infrastruktur einschließlich Grunderwerb.

„Nur mit einem Neubau wird eine Refinanzierung der Investitionen in ein Stadion möglich, das als interessanter Veranstaltungsort mit besonderem Flair auch außerhalb des Fußballbetriebs genutzt werden", erklärte der OB. Nachdem das Land in dieser Woche schriftliche seine frühere Zusage bekräftigt habe, 11 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt bereitzustellen, müssten jetzt „Chancen und Risiken für Stadt und KSC so ausbalanciert werden, dass nach einer Abschreibungszeit von 33 Jahren die schwarze Null steht".

Mentrup geht davon aus, dass noch in diesem Jahr ein mit dem KSC abgestimmtes Pachtmodell zustande kommt, das den Anforderungen der EU entspricht. Zu verhandeln ist dabei noch, ob eine umsatzbasierte Pacht oder ein Staffel-Pachtmodell gewählt wird, das zuletzt von einer Mindesterwartung von 1,5 Millionen Euro netto in der Zweiten Liga und 3 Millionen Euro netto in der Bundesliga zuzüglich Umsatzbeteiligungen und Zahlungen für Rücklagen und Instandhaltungskosten ausging.

„90 Prozent sind geschafft, die restlichen zehn Prozent schaffen wir auch noch" sieht Mentrup das Gesamtprojekt "gut im Zeitplan". Nach einer Einigung über das Pachtmodell könnten im Frühjahr die Ausschreibungen vorbereitet und das EU-Verfahren in Gang gesetzt werden, damit 2017 die Bauarbeiten beginnen können.  

Die zweistündige Debatte im Gemeinderat wurde mit einem Abstimmungsmarathon abgeschlossen. Nachdem die 47 Stimmberechtigten mehrheitlich einen Änderungsantrag der Linken (bei 2 Ja-Stimmen und 6 Enthaltungen) sowie einen weiteren Antrag der Linken ablehnten (bei 4 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen vier Ja-Stimmen), der darauf gerichtet war, die Grundsatzentscheidung zu vertagen, wurden die Eckpunkte der Beschlussvorlage der Verwaltung in fünf Einzelabstimmungen jeweils mit klaren Zwei-Drittel-Mehrheiten verabschiedet. Eine Generalsanierung des Wildparkstadions wurde mit 32 Stimmen (bei 14 Befürwortern und 1 Enthaltung) abgelehnt. -fis-

 
 

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