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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Oktober 2014

Kombilösung: Wichtiger Meilenstein erreicht

80 METER LANG UND 1.300 TONNEN SCHWER ist der Koloss, der sich in den kommenden neun Monaten 2.000 Meter weit unter der Kaiserstraße hindurch frisst. Rund 127.000 Tonnen Sand und Kieß wird er auf seinem Weg ans Tageslicht befördern. Foto: Fränkle

80 METER LANG UND 1.300 TONNEN SCHWER ist der Koloss, der sich in den kommenden neun Monaten 2.000 Meter weit unter der Kaiserstraße hindurch frisst. Rund 127.000 Tonnen Sand und Kieß wird er auf seinem Weg ans Tageslicht befördern. Foto: Fränkle

INFORUNDE UNTER TAGE. OB Mentrup, OB a.D. Fenrich, Staatssekretärin Splett und Staatssekretär Odenwald mit Begleitung. Foto: Fränkle

INFORUNDE UNTER TAGE. OB Mentrup, OB a.D. Fenrich, Staatssekretärin Splett und Staatssekretär Odenwald mit Begleitung. Foto: Fränkle

BLICK AUF DAS BAUFELD am Durlacher Tor mit dem Tübbing-Lager. Aus rund 6.000 dieser jeweils neun Tonnen schweren Betonfertigteile wird die Tunnelröhre unterirdisch errichtet. Foto: Fränkle

BLICK AUF DAS BAUFELD am Durlacher Tor mit dem Tübbing-Lager. Aus rund 6.000 dieser jeweils neun Tonnen schweren Betonfertigteile wird die Tunnelröhre unterirdisch errichtet. Foto: Fränkle

GLÜCK AUF: Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle bringt die heilige Barbara als Schutzpatronin in den Schrein am Tunnelportal. Foto: Fränkle

GLÜCK AUF: Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle bringt die heilige Barbara als Schutzpatronin in den Schrein am Tunnelportal. Foto: Fränkle

 

Anschlagfest für Tunnel unter Kaiserstraße / 15.000 Menschen kamen zum Tag der offenen Baustelle

Mit dem Bau der gut 2000 Meter langen Tunnelröhre unter der Kaiserstraße ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Kombilösung erreicht. Rund 500 Ehrengäste waren am vergangenen Samstag, 25. Oktober, zum traditionellen "Anschlagfest" am Durlacher Tor gekommen. Und 15.000 Menschen ließen es sich am Sonntag nicht nehmen, einen Blick auf die 80 Meter lange Tunnelbohrmaschine zu werfen.

Erst einmal in Bewegung, wird sich der rund 1.300 Tonnen schwere Koloss Tag für Tag bis zu 10 Meter durch den Untergrund fressen. Auf seiner rund neun Monate dauernden Mission wird das im Durchmesser 9,3 Meter große Schneidrad insgesamt 127.000 Kubikmeter Sand und Kies ans Tageslicht befördern. Und wenn die Tunnelvortriebsmaschine dann im Sommer 2015 am Mühlburger Tor wieder auftaucht, ist der Tunnel aus 6.000 Betonfertigteilen, den je neun Tonnen schweren Tübbingen, fertiggestellt. Nach Vollendung des Südabzweigs am Marktplatz sollen dann ab 2018 die ersten Bahnen unterirdisch fahren.

Aufbruchstimmung und Begeisterung

"Für Badener ist es eher ungewöhnlich, mit dem Kopf durch die Wand gehen zu wollen", begrüßte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup die Gäste beim Anschlagfest. Er dankte seinem Amtsvorgänger Heinz Fenrich als demjenigen, der von Anbeginn seinen Kopf hingehalten habe, für die gründliche Vorbereitung. Mentrup registriere in der Bevölkerung eine Aufbruchstimmung und Begeisterung, "vor allem bei denen, die an einer Baustellenführung teilgenommen haben" - und lud deshalb Dr. Gisela Splett, Staatssekretärin im Landesverkehrsministerium, dazu ebenfalls ein.

Gisela Splett, die als Karlsruher Stadträtin  gegen die Kombilösung war, bezeichnete den Ausbau des Nahverkehrs zwar als "grundsätzlich freudiges Ereignis", äußerte sich aber kritisch zur Kostenentwicklung: "Die Frage muss erlaubt sein, ob das Controlling stimmt bei Projekten dieser finanziellen Dimension". Eine Kritik, die für Großprojekte insgesamt gelte, relativierte Mentrup.

Bundesverkehrsministerium optimistisch wegen verlässlicher Anschlussfinanzierung

Staatssekretär Michael Odenwald aus dem Bundesverkehrsministerium zeigte sich optimistisch, dass es auch nach 2019 eine "verlässliche Anschlussfinanzierung" für das dann auslaufende Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzt geben werde, aus dem 60 Prozent der Kosten für die Kombilösung finanziert werden. Karlsruhe habe die richtige Entscheidung getroffen, bekannte Odenwald als gebürtiger Karlsruher.

Josef Arnold, Geschäftsführer der mit dem Tunnelbau beauftragten BeMo Tunnelling GmbH, unterstrich die besondere Herausforderungen des Projekts in Karlsruhe und mahnte eine "flexible Anpassung der Verträge" an. Dass man einen nicht ganz einfachen Weg zurückgelegt habe und noch einen schwierigen vor sich, bekannte auch KASIG-Chef Uwe Konrath. Das Anschlagfest sei aber ein wichtiges Etappenziel, dass es gebührend und nach der Tradition zu feiern gelte.

Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle

Fester Bestandteil ist dabei die Figur der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute und Mineure. In einer ökumenische Andacht segneten und weihten die katholischen und evangelischen Dekane, Hubert Streckert und Thomas Schalla die Statuette, die dann von der ehemaligen Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle als Tunnelpatin in einen Schrein am Tunnelportal platziert wurde. Während der Bauzeit wird der Tunnel auch den Namen "Gerlinde" tragen. Über die endgültige Benennung ist noch nicht entschieden. Die Tunnelbohrmaschine selbst trägt den Namen "Giulia". -bw-

 
 

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