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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Oktober 2014

Konferenz: Netzkultur und digitale Kommunikation

 

Forum für Recht, Kultur und Technik veranstaltete interdisziplinäre Tagung im ZKM

Karlsruhe ist Residenz des Rechts, wichtiger Wissenschaftsstandort und vielfältige Kulturstadt. Diese drei Stärken bildet auch das Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Technik e. V. ab, das vorige Woche im Zentrum für Kultur und Medientechnologie seine interdisziplinäre Tagung „Digitale Kommunikation – Zwischen Tabubruch und Entgrenzung“ veranstaltete.

In den Vorträgen ging es um Fragen wie „Wie verändert die Netzkultur unsere Kom­munikation und was bedeutet dies für die Kultur des sozialen Miteinanders?“, „Was passiert mit unseren Daten?“ und „Welche rechtlichen Bestimmungen müssen geändert werden?“. Auf der Rednerliste standen Wissenschaftler verschie­­dener Fachrichtungen (Informa­tik, Jura, Philosophie und Kunst), aber auch die Vizepräsidentin der deutschen Unesco-Kommission oder der Programmchef des SWR-Pro­gramms „Das Ding“. Denn zwei Schwer­punkte der Tagung waren das Netzverhalten junger Menschen und die Bedeutung des Internets für Kunstschaffende. So berichtete die Schriftstellerin Kathrin Passig, dass sie schon lange kollaborativ schreibt, also mit anderen Autoren gleichzeitig im Netz per google docs an einem Text arbeitet. Und Professor Wolfgang Ullrich von der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe geht davon aus, dass „an die Stelle abgeschlossener Werke (…) adressaten- und situationsbezogene, jederzeit wandelbare Formate treten.“

Mit dem Thema IT-Sicherheit befasste sich Professor Jörn Müller-Qua­de, Sprecher des Kompetenzzen­trums für Angewandte Sicherheitstechnologie am KIT. Es ist eines von bundesweit drei Zentren für Cybersicherheit und hat seine Schwerpunkte in den Bereichen Vernetzung und Community Building. Der Kryptologie-Spezialist plä­dierte für „stärkere Interdisziplinarität“ im Bereich Cybersicherheit. Denn juristische Aspekte spielten eine große Rolle. Damit lag er genau auf der Linie der Tagung, deren Thema ja gerade „die Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Tech­nologie einschließlich rechtlicher Fragestellungen“ war, wie Erster Bürgermeister Wolfram Jäger formulierte. Dr. Susanne Asche, Leiterin des Kulturamts, freute sich über die rund 200 Teilnehmer, denn die Stadt ist Mitglied des Forums und hat die Tagung mitinitiiert und mitgetragen. -res-

 
 

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