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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Oktober 2014

Kultur: Herzen der Menschen berührt

KLANGKÖRPER: Das städtische Seniorenorchester unter der Leitung von Gerhard Münchgesang spielte beim Herbstkonzert Ausschnitte aus seinem breit gefächerten Repertoire. Foto: Fränkle

KLANGKÖRPER: Das städtische Seniorenorchester unter der Leitung von Gerhard Münchgesang spielte beim Herbstkonzert Ausschnitte aus seinem breit gefächerten Repertoire. Foto: Fränkle

 

Städtisches Seniorenorchester begeisterte bei Herbstkonzert / Für Ehrenamtspreis nominiert

Svetlana Vus-Vansovic sprüht nur so vor Energie. Auf der Bühne ohnehin. Da entlockt sie ihrer Geige in irrwitzigem Tempo und mit unglaublicher Virtuosität mitreißende Tonfolgen. Im Gespräch sprudeln die Worte aus der lebensfrohen Mittsiebzigerin in ebenso wildem Staccato heraus.

Die kleine, schlanke Frau ist Vollblutmusikerin. „Mit Leib und Seele“ unterstreicht sie. Ihr Leben gehört dem Geigenspiel. Das hat sie von Kind auf gelernt und schon früh in ihrer russischen Heimat zum Beruf gemacht, bevor sie später 16 Jahre lang am Staatstheater in Bukarest ihr Können zeigte. 1980 kam sie nach Karlsruhe, gab Unterricht an Musikschulen und spielte natürlich. Seit 2002 im städtischen Seniorenorchester. „Eine ganz tolle Truppe“, betont die Profimusikerin. Das Zusammenspiel mit engagierten „Laien“ macht ihr nichts aus Im Gegenteil:  „Die Gemeinschaft ohne Konkurrenz und Neid“, ist für sie Balsam. Ohnehin erreiche Musik fernab technischer Fertigkeiten immer dann ihr Ziel, „wenn sie die Herzen der Menschen berührt“.

Dieses Ziel haben die Sologeigerin und das gesamte Seniorenorchester beim Auftritt zuvor eindrucksvoll erreicht. Svetlana Vus-Vansovic brillierte beim Herbstkonzert vor allem bei Vittorio Montis „Csárdás“. Das Publikum dankte ihr mit tosendem Beifall und Sprechchören überschwänglich. In der ersten Halbzeit erntete Wilhelm Brabletz als Solist beim Trompetenkonzert in Es-Dur von Josef Haydn Sonderapplaus im gut gefüllten Weinbrennersaal der Stadthalle. Der 73-jährige hatte nach dem Musikstudium einen Beruf in der Kosmetikbranche ergriffen, war aber immer seinem Instrument treu geblieben. Auch der Solotrompeter schätzt „den Zusammenhalt“ beim Seniorenorchester und das „breit gefächerte Repertoire von Barock, Oper und Operette bis Musical“.

Für die Auswahl der Stücke und den Gleichklang der 40 Musiker im Alter von 50 bis 96 Jahren sorgt Gerhard Münchgesang. Der Dirigent hat mit seiner ruhigen und sachlichen Art nicht nur bei Konzerten, sondern auch bei den wöchentlichen Proben (mittwochs 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr) im Anne-Frank-Haus das Geschehen fest im Griff. „Da schont er uns nicht“, erzählt der 84-jährige Pauker Horst Fröhlich, der das Herbstkonzert moderierte.

Bei „Echt Gut!“ Stimme abgeben

Das städtische Seniorenorchester gehört zu den fünf Projekten, Initiativen und Vereinen, die für den Ehrenamtspreis „Echt gut!“ in der Kategorie „Sport und Kultur“ nominiert wurden. Jetzt können die Bürger Baden-Württembergs bis 4. November im Internet ihre Stimme abgeben und ihre Favoriten nach oben bringen. Die Karlsruher natürlich das Seniorenorchester. Adresse: www.echt-gut-bw.de. -trö-

 
 

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