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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. November 2014

Geschichte: Schloss für die Musik

Ruine Schloss Gottesaue. Bild: Stadtarchiv

Ruine Schloss Gottesaue. Bild: Stadtarchiv

 

Gottesaue vor 25 Jahren als Musikhochschule eröffnet

Seit 25 Jahren residiert die Musikhochschule in Schloss Gottesaue. Voran gegangen waren seit der Zerstörung des Schlosses am 27. Mai 1944 ein Dornröschendasein als Ruine und viele Diskussionen über eine mögliche Nutzung für das älteste Gebäude Karlsruhes.

Zurück geht es auf das 1094 gegründete Benediktinerkloster Gottesaue, auf dessen Mauern in der Renaissance von 1588 bis 1594 ein Lust- und Jagdschloss entstand.

Mehrfach zerstört, baute es der spätere Großherzog Karl Friedrich ab 1740 als Mustergut auf. Ab 1818 Kaserne, diente es ab 1935 als Polizei- und Gendarmerieschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg reichten die Ideen von der Konservierung der Ruine bis zu Vorschlägen, wieder eine Polizeischule, eine Dependance des Landesmuseums. eine städtische Bildergalerie, ein Verkehrsmuseum, ein Kulturzentrum oder ein Bürgerhaus einzurichten.

Gesucht wurde allerdings auch ein Domizil mit hohen Räumen für die 1971 auf das Land übergegangene Staatliche Musikhochschule. Gesichert wurde die Finanzierung schließlich durch die Aufnahme in das "Sonderprogramm zur Verbesserung der Stadtqualität". Wie gewünscht, hat sich Schloss Gottesaue in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kreativpark Alter Schlachthof inzwischen  neben dem Staatstheater zum Kristallisationspunkt klassischer und  Neuer Musik entwickelt.

Von Anfang an war klar, dass das am 3. November 1989 neu  eingeweihte  Schloss nur der Anfang für den nun vollendeten Campus one der Musikhochschule sein konnte. In seinen historischen Mauern finden sich der Velte-Saal mit 200 Plätzen, der Genuit-Orgelsaal für ein 100-köpfiges Publikum sowie ein ebenso großer Hörsaal,  Dozentenräume, die Bibliothek und Cafeteria.

Dazu kamen in den 90er Jahren der ehemalige Kavaliersbau für Verwaltung, 1989 der Römerbau zum Üben und  seit 2000 der Marstall  für das Musiktheater.  Das 2012 vollendete neue Unterrichtsgebäude, das Fany-Solter Haus und der 2013 eröffnete Multimediakomplex mit dem Wolfgang-Rihm-Forum als nun größtem Konzertsaal bieten den derzeit 650 Studierenden, 67 Professoren und 185 Lehrbeauftragten optimale Bedingungen. -cal-

 
 

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