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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. November 2014

Kinder: Kritischer Blick und „ganz viel Lob“

AUSGEZEICHNET für Familienfreundlichkeit wurden 19 Karlsruher Anlaufstellen. Ehrungsort war die Staatliche Kunsthalle. Foto: Fränkle

AUSGEZEICHNET für Familienfreundlichkeit wurden 19 Karlsruher Anlaufstellen. Ehrungsort war die Staatliche Kunsthalle. Foto: Fränkle

 

19 weitere Betriebe und Einrichtungen zertifiziert kinder- und familienfreundlich

„Manches bespricht man lieber ohne Kinder“, weiß Inka Sarnow, Karlsruher Rechtsanwältin und Mutter. Sie legt Wert auf bestmögliche Beratung und Ablenkung. Direkt neben ihrem Büro ist ein Spielzimmer mit Spiegel, damit die Kinder im Blick bleiben und die Eltern trotzdem Ruhe haben. Für die Unterhaltung verschiedener Altersgruppen ist mit Spielzeug, Büchern, Filmen gesorgt - „ich kenn das doch selbst“. Und: „Meine Sekretärin darf ihre Kinder auch mitbringen.“

Die Kanzlei Sarnow ist ein gutes Beispiel dafür, wie und wo überall Kinder- und Familienfreundlichkeit gelebt wird. Wie bei 18 anderen Unternehmen und Einrichtungen jetzt belegt durch das Zertifikat „Kinder- und Familienfreundlicher Service“. Damit gesellen sie sich drei Dutzend seit dem Projektstart 2009 mit dem Qualitätssiegel ausgezeichneten Anlaufstellen hinzu.

Diese re-präsentieren neben dem Handel zum Beispiel Dienstleistung, Gastronomie, Gesundheit und Kultur. Die jüngste Verleihung fand in der dabei selbst prämierten Staatlichen Kunsthalle statt. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beschrieb „in äußerst animierendem Ambiente“ die Hürden des elterlichen Alltags und augenzwinkernd den Umstand, dass die Wickelkommode meist auf der Damentoilette zu finden sei: „Das macht es Vätern nicht leicht.“ In der Kunsthalle stand sie tatsächlich davor.

Karlsruhe erfülle eine Vorbildfunktion als erste Großstadt, die von Beginn an branchenübergreifend agierte. Zu den Zertifizierern gehören Ehrenamtliche, die sich genau umsehen und gezielt fragen. Sie geben Verbesserungsvorschläge ab, beschreiben Mängel, verteilen aber auch „ganz viel Lob“, wie Claudia Schäfer vom Karlsruher Bündnis für Familien erklärte. Gemeinsam mit der City Initiative Karlsruhe und weiteren Partnern zertifiziert die Organisation für zwei Jahre und prüft dann nach.

Zu den Kriterien zählen Begehbarkeit, angemessene Preise, angemessener Service und der Schutz vor Gefahrenquellen, die nicht in Kinderreichweite gehören. Besonders, so Schäfer, achteten die Ehrenämtler auf Herzblut. Dass Bürgerinnen und Bürger sich freiwillig engagieren, trage zur Akzeptanz der Initiative bei, sagte OB Mentrup. Und die Ausgezeichneten erführen wie die Stadt einen Marketing- und Imagevorteil. „Das Publikum bekommt ein Zeichen: Hier könnt Ihr Euch verlassen, willkommen zu sein.“ -mab-

 
 

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