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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. November 2014

„PH im Rathaus“: Studierende machen Stadtgeschichte mit lehrreichen Apps erlebbar

IHRE KARLSRUHE-APPS präsentierten Professorin Birgit Neuer und Ulf Kerber (hinten) sowie Studenten bei „PH im Rathaus“. Foto: Fränkle

IHRE KARLSRUHE-APPS präsentierten Professorin Birgit Neuer und Ulf Kerber (hinten) sowie Studenten bei „PH im Rathaus“. Foto: Fränkle

 

Den Hype innovativ nutzen

„Mobiles Lernen und begehbare Geschichte(n)“: Die „PH im Rathaus“ hat sich dem Lehren und Lernen mit neuen Medien gewidmet - allgemein didaktisch und konkret anhand zweier Apps von Studenten für Schüler, die Karlsruhe interaktiv beleuchten.

Ein Strichmännchen, ein badisches Wappen, plakative Bemerkungen und Zeichnungen zu historischen Quellen: Mal heiter, oft erhellend und zielgruppengerecht erklärt die App „DisKAver“ unter anderem die Geschichte des Ständehauses. An der Stelle, wo RAF-Terroristen Siegfried Buback ermordeten, taucht ein Interview mit einem Polizisten auf, der damals ermittelte. Nur zwei Beispiele einer Anwendung, die stetig weiterentwickelt werden soll.

Ob Smartphone und Tablet eher Innovation oder Hype verkörpern, sei nur schwierig zu beantworten, erklärte Geographie-Professorin Birgit Neuer. Gemeinsam mit Geschichts-Doktorand Ulf Kerber zeigte sie jedoch auf, was möglich ist und worauf es ankommt. Da Baden-Württemberg 2016 Medienbildung im Bildungsplan verankern wolle, sei es höchste Zeit, Lehrkräfte zu gewinnen, betonte Kerber.

PH-Studenten können seit einigen Semestern Medienkompetenz über Seminare lernen, in denen auch Apps erarbeitet werden. Zu Karlsruhes 300. Geburtstag sollen die „Carl Benz App“ über städtische Stationen des Auto-Pioniers und „DisKAver“ - eine Anwendung, um Karlsruhe zu entdecken, die Stadtgeschichte erlebbar macht - voll einsatzfähig sein. Eindrücke gewann jetzt das Plenum von „PH im Rathaus“. Rektorin Dr. Christine Böckelmann merkte mit einem Lächeln an: „Eine Baustellen-App wäre sicher auch ein lohnenswertes Projekt.“ Es gelte, die neuen Medien kreativ zu nutzen - „weg vom reinen Konsum“, wie auch Bürgermeister Klaus Stapf unterstrich.

Kerber, der im Schuldienst „sehr aufwendig und teuer“ den Computerraum pflegte, erläuterte, dass die Kinder Tablets heute vielfach selbst mitbrächten. Und damit unzählige Werkzeuge, um etwa messen, kartographieren, aufnehmen zu können. Die Studenten schreiben und produzieren für sie digitale Geschichten - persönlich, aber einwandfrei belegt.

So interessiere sich das Stadtmuseum für gleich drei Filme zum Ersten Weltkrieg. Schüler sollen in der Stadt, möglichst auch in Gebäuden, bei einer Führung, einem Quiz, beim Geocaching vor Ort lernen und sich einbringen können. Angedacht ist, dass sie historische Schauplätze fotografieren und die Bilder zum Vergleich hochladen. Sechs Milliarden Video-Abrufe verzeichne die Plattform Youtube täglich, sagte Kerber. Dem sei auf angemessene Weise Rechnung zu tragen.  -mab-

 
 

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