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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. November 2014

Pogrome: Die gefilmte Lüge

 

Am Sonntag und Montag Gedenken an Reichspogromnacht

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten überall in Deutschland Synagogen. Die Nationalsozialisten plünderten auch jüdische Geschäfte und Praxen, verhafteten jüdische Mitbürger, verschleppten sie in Lager. Auch in Karlsruhe gingen die Synagogen in Kronen- und Karl-Friedrich-Straße in Flammen auf.

Seit Jahren gedenkt Karlsruhe der so genannten Reichspogromnacht mit verschiedenen Veranstaltungen.

Die Mahnwache an der Erinnerungsstätte in der Kronenstraße halten am Montag, 10. November, von 9.30 Uhr bis 17 Uhr Schüler zweier Klassen der Fachschule für Sozialpädagogik. Dabei stellen sie auch vor der ehemaligen Synagoge die von ihnen erarbeiteten Biografien zweier ehemaliger Karlsruher Juden vor. Das Gedenkgebet für die Ermordeten spricht Rabbiner See-Wolf Rubins um 14 Uhr.

Am 9. November, ist das Tollhaus um 19.30 Uhr Schauplatz einer Lesung. Der ehemalige Staatstheater-Intendant Achim Thorwald liest aus „Gerron“ von Charles Lewinsky. Der Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron war von den Nazis gezwungen, einen verharmlosenden Film über das Lagerleben in Theresienstadt zu drehen. Gerron wusste, dass er mit diesem Film eine einzige Lüge erzählen würde, aber es blieb ihm keine Wahl. Teile aus der „Dokumentation aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ sind an diesem Abend zu sehen. -erg-

 
 

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