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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. November 2014

Natur: Gefürchtet, aber beliebt

HEIMISCHE SCHLANGEN sind Thema im Naturschutzzentrum. Großes Interesse zeigte Bürgermeister Klaus Stapf. Foto: Fränkle

HEIMISCHE SCHLANGEN sind Thema im Naturschutzzentrum. Großes Interesse zeigte Bürgermeister Klaus Stapf. Foto: Fränkle

 

Ausstellung über heimische Schlangen in Rappenwört

„Wächst Du immer noch?“ Diese jüngeren Mitmenschen ständig gestellte Frage könnte eine Schlange stets bejahen: „Schlangen wachsen nie aus“, erklärte Experte Dr. Michael Waitzmann im Naturschutzzentrum Rappenwört.

Die ersten Besucher der Ausstellung „Von Wassernattern und Höllenottern - Schlangen in Baden-Württemberg“ waren Viertklässler der Grundschule Daxlanden, die viel über Schlangen wussten oder zu wissen glaubten. Alles Weitere saugten sie begierig auf. „Ich liebe Schlangen“, betonte Vanessa. „Ich möchte sie in den Arm nehmen“, hatte nicht nur Nandi voll Vorfreude im Sinn.

Bürgermeister Klaus Stapf erzählte den Schülern über das Vorkommen der Geheimnis umwobenen Kriechtiere, ihre Rolle zwischen Verehrung und Verdammung, über Aberglaube. Schlangen hörten mangels Ohren nichts und seien keineswegs böse. Als er fragte, wer dennoch Angst vor ihnen habe, meldete sich zuerst nur ein Mädchen: „Nur, dass sie mich beisst.“

Waitzmann von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz beruhigte: „Schlangen sind nicht angriffslustig“, und: „Im Karlsruher Raum gibt es keine Giftschlangen.“

Vor allem über die sechs im Land heimischen Schlangenarten - weltweit gibt es rund 3.500, ihr Verhalten, ihre Eigenschaften und Merkmale informiert noch bis 12. April die Ausstellung. Mit Tafeln und Schaukästen, nachgebildeten Gehegen. Darin liegen künstliche Imitate, in einem Fall ist abgeworfene Haut zu sehen. Jetzt steht die Winterstarre an, aber sonst sind echte Ringelnattern auch auf der Rheininsel zu finden.

Der Bürgermeister hat schon einige gesehen, und ein Schüler berichtete: „Wir waren am Froschteich, da kam eine Schlange raus. Meine Mama hat geschrien.“ Ähnlich war es bei Leon, als die Familie daheim eine Kornnatter entdeckte, die eigentlich nur in Amerika lebt. Jemand hatte sie  wohl ausgesetzt. Wie in Grötzingen, wo Waitzmann auf einem Balkon an sein Haustier kam, das er zur großen Begeisterung mitbrachte. Ein Traum zum Anfassen. -mab-

 
 

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