Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. November 2014

Städtisches Klinikum: Start in Zukunft mit Baggerbiss

ALS SYMBOL war der Baggerbiss auf dem Klinikums-Gelände gedacht, nach einigen Ansätzen sorgte Bürgermeister Klaus Stapf für einen sichtbaren Start. Und „hätte gerne weitergemacht.“ Foto: Fränkle

ALS SYMBOL war der Baggerbiss auf dem Klinikums-Gelände gedacht, nach einigen Ansätzen sorgte Bürgermeister Klaus Stapf für einen sichtbaren Start. Und „hätte gerne weitergemacht.“ Foto: Fränkle

 

Modernisierung beginnt

Mit einem Baggerbiss haben jetzt die Abrissarbeiten am Städtischen Klinikum begonnen. Feierlich umrahmt, da so der seit Langem angestrebte Neubau nahe rückt - ein über 250 Millionen Euro teures Projekt für Zukunftsfähigkeit.

Offensichtlich beneideten viele Zuschauer Bürgermeister Klaus Stapf um seinen Platz am Steuerknüppel. Mit dem konnte er die wie ein zupackendes Maul in Stellung gebrachte Schaufel bedienen. Und beim Vorsitzenden im Aufsichtsrat des Klinikums schwang viel Erleichterung und Freude mit, als er „das zweitgrößte Projekt, das in Karlsruhe je angegangen wurde“ nach „einer schwierigen Phase“ und anschließender Plausibilitätsprüfung nun „endlich in die Realisierung“ überführen konnte.

Zwei wegweisende Gemeinderatsbeschlüsse

Die fällige Erneuerung von Krankenhausapotheke und -küche sowie ein neues Bettenhaus zählen zu den Zielen. Sie sind realisierbar, weil der Gemeinderat zwei wegweisende Beschlüsse fasste - den grundlegenden 2011 und zwei Jahre später den zweiten angesichts einer Erhöhung des Kostenvolumens auf 255 Millionen Euro. Jeweils einstimmig, wie Stapf dankbar hervorhob. Ein Risikospielraum war Teil der Billigung.

Gegenwärtig liegt die Kalkulation bei 257,7 Millionen. Der aktuelle städtische Haushalt sieht Stapf zufolge 15 Millionen für das Klinikum vor, 30 weitere schlage die Verwaltung für den neuen Etat vor. Alles geschehe, um das Klinikum auf Jahrzehnte sichern und „ein Adäquat zur bestmöglichen medizinischen Versorgung bieten zu können“. Eine essenzielle Rolle falle dafür auch Markus Riester als neuem Projektleiter zu. Stapf: „der richtige Mann am richtigen Ort“.

Den freute das Kompliment, denn: „Ich habe bisher ja noch nichts gebaut, nur darüber geredet.“ Als er am Freitag, 7. November, beim Baggerbiss sprach, verwies Riester auf die Herausforderung, die unter dem Baufeld verlaufenden Leitungen zuordnen und verlegen zu können - wie den Wirtschaftshof, auch ein Kraftakt. Zudem müsse die Gefahr durch mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ausgeschlossen werden.

Bauphase bis 2019

Das kommende Frühjahr ist für den Baubeginn markiert. Ende 2017 sollen dann zwei Gebäude stehen: eines für den zweigeschossigen Küchenkomplex, der das gesamte Klinikum logistisch optimiert und auf dem neuesten Stand der Technik versorgt. Als Baukosten sind dafür 20,4 Millionen Euro veranschlagt. Und insgesamt 46,5 Millionen Euro fließen in ein fünfstöckiges Institutsgebäude, das unter anderem die Abteilung für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene sowie die Apotheke beherbergen wird. Letztere platzt - wie die Fachabteilung - aus allen Nähten und soll künftig mehr Arzneien selbst produzieren.

Herzstück Bettenhaus

Das Bettenhaus als Herzstück des rund ein Fünftel des Klinikum-Areals erneuernden Projekts soll 2019 bezugsfertig sein. Die Kapazität bleibt mit 1.528 Betten gleich, es geht um bessere Anbindungen, mehr Komfort. Vierbettzimmer soll es nicht mehr geben.

Eigentlich ist die Grundsteinlegung der offizielle Auftakt, doch sollte jetzt ein Signal an Klinikum und Gesellschaft gehen. Zugleich versicherte Klinikum-Geschäftsführer Markus Heming, die Belastung solle so gering wie möglich ausfallen. Baulärm bleibt, aber: „Wir wollen weiter 365 Tage im Jahr 24 Stunden für unsere Patienten da sein“, so Heming. Den Bagger begrüßte er als Zeichen dafür, „dass sich etwas bewegt. Wir wollen Zukunft gestalten.“ -mab-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe