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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. November 2014

Baukultur: Ganzheitlich mit allen Sinnen

LOKALE BILDUNG: Die Grundschule von Kéré in seinem Heimatort Gando. Foto: Schelling Architekturstiftung

LOKALE BILDUNG: Die Grundschule von Kéré in seinem Heimatort Gando. Foto: Schelling Architekturstiftung

 

Schelling Architekturpreis ging 2014 an Juhani Pallasmaa und Diébédo Francis Kéré

Nachhaltige Architektur - für Menschen und angepasst an den Ort. Dem ganzheitlichen Ansatz von Architektur und -theorie hat sich der Schelling Architekturpreis in diesem Jahr unter dem Motto „indigenous ingenuity - direkt vor Ort“ verschrieben.

Für seinen lebenslangen Beitrag zur Baukultur und sein leidenschaftliches Plädoyer für eine Architektur im Kontext aller menschlichen Sinne ging der Preis für Architekturtheorie 2014 an den finnischen Architekturtheoretiker Juhani Pallasmaa. Sein Buch „Die Augen der Haut“ gehört zum Standardlehrbuch der Architekturtheorie.

Der Schellingpreis sei ein großer Beitrag zur europäischen Diskussion über eine lebenswerte Architektur aus einer vergleichsweise jungen Stadt, freute sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup über die internationale Strahlkraft des renommierten Preises aus der Fächerstadt. Die Stiftung wurde 1992 in Karlsruhe von Trude Schelling-Karrer und Heinrich Klotz gegründet.

Mit Diébédo Francis Kéré, würdigt die Jury 2014 einen mittlerweile vielgefragten Architekten mit atypischem Berufsweg. Der in Burkina Faso geborene Kéré wurde von seinem Vater als Siebenjähriger in die Stadt geschickt, da es in seinem Dorf keine Schule gab. Später studierte Kéré in Deutschland und widmet sich nun vorrangig sozial und ökologisch nachhaltigen Architekturprojekten in Entwicklungsländern, angefangen in seinem Heimatland - dort etwa ein Frauenzentrum, das „Operndorf Afrika“ oder eine Klinik.

„Kéré beweist, dass Architektur eine unmittelbare Daseinsberechtigung sowie eine profunde wie alltägliche Bedeutung für Menschen haben kann. Das ist viel in einer Zeit des medialen Überflusses“, so Wilfried Wang in seiner Laudatio.

Für den alle zwei Jahre ergebenen Preis waren drei Architekten normiert worden. Wie Kéré leben die Werke der normierten Anna Heringer (unter anderem Meti-Schule-Projekt in Bangladesh) und Carla Juaçaba (beispielsweise Projekt „Atelier House“ in Brasilien) vom umfassenden Ansatz unter Einbeziehung lokaler Materialien sowie der Bevölkerung. Internet: www.schelling-architekturpreis.org. -rie-

 
 

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