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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. November 2014

Kombilösung: „Giulia“ gräbt sich durch Untergrund

LETZTE VORBEREITUNGEN: Die Tunnelvortriebsmaschine „Giulia“ hat sich am Dienstag, 18. November, auf ihren Weg gen Westen gemacht. Foto: Fränkle

LETZTE VORBEREITUNGEN: Die Tunnelvortriebsmaschine „Giulia“ hat sich am Dienstag, 18. November, auf ihren Weg gen Westen gemacht. Foto: Fränkle

 

Historischer Moment: Tunnelvortriebsmaschine jetzt auf ihrem zwei Kilometer langen Weg unter der Kaiserstraße

Der Bau der zwei Kilometer langen Tunnelröhre unter der Kaiserstraße für den Stadtbahntunnel der Kombilösung hat jetzt mit dem Tunnelanstich begonnen. Seit Dienstag, 18. November, dreht sich das Schneidrad der Tunnelvortriebmaschine „Giulia“ in den Untergrund in Richtung Westen.

Die 80 Meter lange und 1.300 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine des Herstellers Herrenknecht AG arbeitet sich nach dem historischen Moment beim Bau des Karlsruher Jahrhundertprojekts zunächst vorsichtig durch den so genannten Dichttopf und anschließend durch die Schlitzwand der künftigen unterirdischen Haltestelle Durlacher Tor hindurch. Wie die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (KASIG) als Bauherrin der Kombilösung mitteilt, nimmt dabei der Dichttopf - eine etwa ein Meter dicke Betonwand innen vor der Haltestellenwand -  zunächst das Schneidrad mit einem Durchmesser von 9,32 Meter auf. Direkt dahinter folgt die Schlitzwand mit einer Dicke von etwa 1,20 Meter: Sie ist aus Stahlbeton, allerdings in dem Bereich, den das Schneidrad durchbohrt, mit einer Bewehrung aus glasfaserverstärktem Kunststoff ausgestattet, die unter der Einwirkung der Schneidradwerkzeuge bricht.

Hinter der Schlitzwand warten noch etwa 15 Meter Dichtblock. Der schon vor Monaten mit Zementinjektionen verfestigte Untergrund erleichtert nach Mitteilung der KASIG beim Tunnelvortrieb den Übergang zwischen Schlitzwand und Kies-Sand-Untergrund. Er dichtet die unterirdische Haltestelle gegen das außen anstehende Grundwasser nach hinten ab und überbrückt den Bereich bis zum Einbau des ersten Tübbing-Rings.

Erst nach Überwinden der Startphase erreicht die Tunnelvortriebsmaschine dann ihre vorgesehene durchschnittliche Leistung von acht bis zehn Metern Tunnelbau pro Tag. Ihr Ziel - der Dichtblock direkt westlich hinter dem Kaiser-Denkmal auf dem Kaiserplatz beim Mühlburger Tor - ereicht „Giulia“ im August oder September. Danach wird die Tunnelvortriebsmaschine dort aus der Zielgrube geborgen.

„Giulia" in Zahlen

Die „S 869“ - so die Bezeichnung des Herstellers - hat mit Schneidrad, Schild, Brücke und Nachläufer eine Gesamtlänge von 80 Metern und ein Gewicht von 1.300 Tonnen. Das Schneidrad ist mit seinem Durchmesser von 9,32 Metern speziell auf den Tunnel unter der Kaiserstraße abgestimmt, durch dessen Röhre zwei Bahnen im Begegnungsverkehr fahren. 27 Schneidrollen, 16 Räumer und 172 Schälmesser sorgen dafür, dass Meter um Meter Kies und Sand abgetragen werden. Mit insgesamt 1.210 Kilowatt Leistung aus 11 Elektromotoren schiebt sich „Giulia“ über 18 Vortriebszylinder unter der Fußgängerzone bei laufendem Betrieb der Stadt- und Straßenbahnen nach Westen vor. -red-/-trö-

 
 

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