Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. November 2014

Volkstrauertag: Gedenken der Opfer ist auch Mahnung

VOLKSTRAUERTAG: Gedenken auf dem Hauptfriedhof. Foto: Knopf

VOLKSTRAUERTAG: Gedenken auf dem Hauptfriedhof. Foto: Knopf

 

Traditionell zum Volkstrauertag gedachten Personen des öffentlichen Lebens der Stadt den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Am Mahnmal auf dem Hauptfriedhof legten unter anderem OB Dr. Frank Mentrup und Karlsruhes Regierungspräsidentin Nicolette Kressl einen Kranz nieder, ebenso auf dem Jüdischen Friedhof.

Erhard Bechtold, stellvertretender katholischer Stadtdekan, erinnerte in seiner Rede an ein Ereignis, das zu Beginn des 1. Weltkriegs in Flandern stattfand. Deutsche und britische Soldaten kamen am 24. Dezember 1914 aus den Schützengräben, um für kurze Zeit gemeinsam Weihnachten zu feiern, ehe das Trommelfeuer von neuem begann. „Sie spielten Fußball. Pickelhaube und britische Feldmütze dienten als Pfosten. Es ist nur eine Episode, zeigt aber was möglich ist, wenn Menschen wollen.“

Bechtold nannte den 1. Weltkrieg die „Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts“. Er griff die Ukraine-Krise und das erbarmungslose Vordringen der Terror-Milz IS auf. „Sie sprechen vom Heiligen Krieg. Das gibt es nicht. Nur der Frieden ist heilig.“

Mentrup erinnerte danach an die „tiefen Schneisen“, die der 1. und 2. Weltkrieg in die Biographien von Millionen Menschen geschlagen habe. Auch er griff aktuelle Krisenherde in Syrien, Nordirak und dem Sudan auf sowie die unzähligen Opfer, die sie verursachen. Daraus erfolge ein Appell an die Zivilgesellschaft. „Wir alle müssen Vorbilder sein in unserem täglichen Verhalten gegen Rassismus und antidemokratischem Gedankengut“, so Mentrup. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe