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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. November 2014

Flüchtlinge: Stadt gab „Impulse“

 

Engere Verzahnung ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit

Wer es in die Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) oder eine ihrer Außenstellen im Stadtgebiet mit ihren insgesamt 4.270 Plätzen geschafft hat, ist in Sicherheit, bekommt Essen und ein Taschengeld. Für gegenwärtig 3.670 Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, die unter Lebensgefahr Verfolgung, Hunger und Elend entkommen sind, ist das eine ganze Menge.

Und doch braucht es für die rund drei Wochen bis zur Entscheidung über deren Asylantrag und die Verteilung auf Stadt- und Landkreise mehr. Gefragt sind Beratung, Dolmetscherdienste, Kinderbetreuung oder schlichtweg Ablenkung - kurz Willkommenskultur. Und die gibt es in Karlsruhe über die vom Regierungspräsidium (RP) gewährleisteten Erfordernisse wie Unterbringung und Grundversorgung hinaus in beeindruckender Vielfalt.

Zahlreiche haupt- und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit Aktive sorgen dafür. Diese „vielschichtige, manchmal turbulente, aber sehr kompetente Bürgerbewegung verzahnt sich nun enger“, nannte OB Dr. Frank Mentrup am Dienstag, 19. November, ein Ergebnis des von ihm tags zuvor einberufenen Runden Tisches, zu dem sich Freiwillige, humanitäre Organisationen und kirchliche Hilfswerke im Rathaus eingefunden hatten.

So gebe es künftig für jede LEA-Außenstelle eine Patenorganisation, die in allen Fragen ansprechbar ist und deren Akteure RP und Sicherheitspersonal bekannt sind. Gelebte Praxis ist das schon in Mühlburg. Das dortige Flüchtlingsnetzwerk kümmert sich um Neuankömmlinge im Griesbachhaus, vermittelt aber auch bei Problemen im Stadtteil.

Als Dach über allem fungiert die Flüchtlingshilfe Karlsruhe. Der Zusammenschluss koordiniere das gesamte ehrenamtliche Engagement und werde dabei von der Stadt mit der Finanzierung einer halben Stelle unterstützt, informierte Mentrup. Und ob sich das Problem fehlender Gemeinschaftsräume und Rückzugsmöglichkeiten in der LEA und ihren Außenstellen lösen lasse, will er in Gesprächen mit dem RP klären. Fortsetzung folgt?

Nein, sagte Mentrup, einen zweiten lokalen Gipfel werde es nicht geben. Die Stadt habe lediglich „Impulse“ geben wollen, derlei Aufgaben gehörten nicht zum „Pflichtkatalog“ der öffentlichen Hand.

Keine Pflicht, sondern eine Freude ist es dem OB, die Helferinnen und Helfer der Flüchtlingsarbeit am 13. Dezember um 11 Uhr zu einem Empfang ins Rathaus einzuladen. Damit wolle er deren Einsatz „explizit würdigen“. Es sei enorm, was seit letztem Sommer so auf die Beine gestellt wurde. -maf-

 
 

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