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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. November 2014

Kinder: Kinderrechte in Landesverfassung

JAHR DER KINDERRECHTE: Ministerin Altpeter und OB Mentrup kamen vorige Woche zur Abschlussveranstaltung ins Tollhaus. Foto: Fränkle

JAHR DER KINDERRECHTE: Ministerin Altpeter und OB Mentrup kamen vorige Woche zur Abschlussveranstaltung ins Tollhaus. Foto: Fränkle

 

Nicht einmal die Hälfte aller Kinder zwischen acht und zwölf Jahren wissen, welche Rechte sie haben. Etwa das Recht auf freie Meinungsäußerung, Information und Gehör oder das Recht auf Gesundheit.

Festgeschrieben sind diese Rechte seit 1989 in der UN-Kin­der­rechtskonvention. Anlässlich des 25. Geburtstags der Konvention hatte die baden-württem­ber­gische Fa­­milienministerin Katrin Altpeter 2014 zum Jahr der Kinder- und Jugendrechte ausgerufen. Vergangenen Donnerstag, 14. November, fand im Tollhaus die Abschlussveranstaltung dieser landesweiten Aktion statt, vergangenen Mittwoch, 13. November, tagte außerdem unter ihrer Schirmherrschaft im Haus Solms die 2. Nationale Konferenz für die Rechte des Kindes.

Veranstalter war die National Coaltion Deutschland, ein Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechts­kon­­ven­tion. Dessen Sprecher Jörg Maywald wies darauf hin, dass die Konvention zwar in Deutschland seit 2010 vorbehaltlos gelte, "die völkerrechtlich verbrieften Rechte aber auch nach 25 Jahren nicht im Grundgesetz verankert" seien. So hätten etwa Kinder, "die nach ihrer Flucht dringend Hilfe und Unterstützung benötigen, nicht die gleichen Rechte auf gesundheitliche Ver­sorgung, Be­treu­ung und Bildung wie Kinder mit deutschem Pass."

Katrin Altpeter setzt sich dafür ein, dass Kinder- und Jugendrechte auch in der baden-württember­gi­schen Landesverfassung verankert werden. Außerdem sollen Staat, Gemeinden und Gemeindeverbände verpflichtet werden, bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche zu beachten und zu berücksichtigen sowie sie alters- und entwicklungsgemäß in allen Angelegenheiten zu beteiligen, die sie betreffen.

Bürgermeister Martin Lenz machte darauf aufmerksam, dass Karlsruhe "ein Beteiligungskonzept für Kinder hat, das sich sehen lassen kann." Außerdem gebe es seit diesem Jahr einen Stadtschülerrat. "Und 1998 war Karlsruhe die erste Stadt, die einen Kinderarmutsbericht vorgelegt hat", erinnerte Lenz. Flüchtlingskindern ermögliche die Stadt schon seit 15 Jahren zur Schule zu gehen. Hier gebe es "großes Engagement auf allen Ebenen." -res-

 
 

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