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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Dezember 2014

300. Stadtgeburtstag: Spatenstich für Pavillon

VEREINTE KRÄFTE, darunter OB Mentrup (4. von re.) und Volunteers (blaue Jacke), beim Spatenstich zum KA300-Pavillon. Foto: Fränkle

VEREINTE KRÄFTE, darunter OB Mentrup (4. von re.) und Volunteers (blaue Jacke), beim Spatenstich zum KA300-Pavillon. Foto: Fränkle

 

Zentrale Stätte des 300. Stadtgeburtstags kann kommen

Kreidelinien auf Grün lassen meist auf Fußball schließen. Die Linien und Pflöcke auf dem Rasen des Karlsruher Schlossgartens deuten an, wie vielfältig der nächsten Sommer zum Stadtgeburtstag bespielt wird. Auf 1.500 Quadratmetern, von 7 bis 24 Uhr, vor je dutzenden oder hunderten Zuschauern finden dort mehr als 400 der 578 bislang geplanten Programmpunkte statt: im KA300-Pavillon, zu dessen Bau nun der Spatenstich erfolgte.

Dadurch ist laut OB Dr. Frank Mentrup fest damit zu rechnen, dass das Bau- und Kunstwerk am 17. Juni 2015, wenn die Stadt 300 wird, auf jeden Fall steht. Mit bis zu drei offenen Wänden und einer Raumhöhe von 5,20 Metern im Erdgeschoss verkörpert das vom renommierten Architekten Jürgen Mayer H. konzipierte Herz des Festivalsommers Offenheit.

Die Holzstabkonstruktion misst 16,50 Meter, die oberste Aussichtsplattform ist auf neun Metern. So extrem „wie es der Statiker gar nicht gern hat“ biegen sich die 102 Stäbe in verschiedene Richtungen, sagte der Geschäftsführer von Rubner Holzbau Deutschland, Andreas Fischer. Auch für dieses Traditionsunternehmen ist der Pavillon eine besondere Herausforderung.

„Er ist nicht nur Treffpunkt und Bühne, sondern auch Ironie, Provokation“, pointierte der OB. Bewusst existiert kein klarer Fixpunkt, auch nicht gegenüber dem Schloss, das vor 300 Jahren „zunächst ein hölzerner Bretterverschlag war“, wie Mentrup augenzwinkernd anmerkte.

Nachhaltigkeit ist im Fall des Pavillons gewährleistet. „Die eingesetzten Materialien bleiben alle in der Region und werden wiederverwendet“, so Projektgeschäftsführer Martin Wacker. „Ich darf sagen, dass mir das Herz aufgeht“, erklärte er in Anbetracht des „15-wöchigen Kulturraums“, den der Pavillon ermögliche.

Frühsport, Entdeckerparcours, Werkstätten, Stadtteilkampf, Debatten, Theater, Ausstellungen und vieles mehr sollen Spuren hinterlassen. Wacker zeigte sich ebenso bewegt ob der Volunteers. Die ersten fünf, durchweg erfahrene Kräfte, präsentierten sich der Öffentlichkeit. Sie werden zurzeit geschult, um bald dann die nächsten Freiwilligen aufzuklären. Der OB sprach von einem weiteren Meilenstein. „Wir peilen 300 Personen an, es dürfen auch gern 1000 werden.“

So wie schon beschlossen ist, dass sie auch zukünftige Großveranstaltungen begleiten, gehen Mentrup und Wacker davon aus, dass viele Bürger und Besucher den Pavillon werden behalten wollen. Architekt Mayer H., von dem unter anderem das hölzerne „Metropol Parasol“ in Sevilla und das „Nutellagram“, die Mensa Moltke in Karlsruhe, stammen, ließ zu seinem Projekt verlauten: „Man darf es nur für eine gewisse Zeit genießen, dadurch gewinnt es an Attraktivität.“ -mab-

 
 

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