Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Dezember 2014

Kultur: Museum mit eigenem Leben erfüllen

HISTORISIEREND: Das Pfinzgaumuseum zeigt Objekte aus der Zeit Friedrich Eberles - und stellt sein Konzept der Sammlungen neu auf. Foto: Fränkle

HISTORISIEREND: Das Pfinzgaumuseum zeigt Objekte aus der Zeit Friedrich Eberles - und stellt sein Konzept der Sammlungen neu auf. Foto: Fränkle

 

Neukonzeption der historischen Sammlungen / Ausstellung im Pfinzgaumuseum

Unter dem Titel „Hufeisen, Birnkrüge, Engelsköpfe und....?“ zeigt das Pfinzgaumuseum in einer Sonderausstellung eine Auswahl an historischen Objekten aus der Sammlung von Friedrich Eberle. Die „rückwärtsgewandte Sammlungstätigkeit“ des 1877 geborenen und 1948 gestorbenen Museumsgründers und ersten Konservators prägte das Museum bis heute“, betonte Leiterin Dr. Alexandra Kaiser bei der Eröffnung.

Objekte aus Eberles Zeit, in der die Industrialisierung Einzug hielt und Durlach zur Arbeiterstadt wurde, fehlen fast gänzlich. Stattdessen habe „in der verklärten Sicht eines Heimatmusuems“, so Kaiser, das Idealbild einer „bäuerlich bürgerlichen Welt, die es zu Eberles Zeit nicht mehr gab oder gar nie gegeben hat“ die Sammlungen beherrscht.

Diese Sicht verdeutlicht die Objektauswahl der Ausstellung, die das Team um Alexandra Kaiser in barocker Hängung in mehrere Themen gegliedert hat. Die legendären Birnkrüge und andere in Durlach gebrannte Fayencen sind dabei zu sehen, wie auch die imposante Sammlung unterschiedlicher Hufeisen aus dem Jahre 1920. Daneben zeigen in der Abteilung „Ansichten und Persönlichkeiten“ Fotografien die Einebnung des Dürrbachs 1908 oder die 1927 abgerissene Chemische Fabrik in der Pfinzstraße 42. Weihwasserbecken und Engelsköpfe künden vom kirchlichen Leben, Bettwärmer, Gänsebratpfanne oder Zimmermannsbeil symbolisieren Gerätschaften aus Haushalten und Handwerk des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Inmitten des historisierenden Ensembles richtet die Ausstellung aber auch den  Blick in die Zukunft. Fragt mit Zetteln, die Besucher an eine Wandtafel pinnen können, wie sich die Bürger die Zukunft der Sammlung vorstellen. Was sollen wir sammeln? Was ist einzigartig und typisch für Durlach?

Es gehe jetzt vor allem darum, „die Gegenwart, die eigene Lebenswirklichkeit ins Museum zu holen“, unterstrich Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche bei der Eröffnung. Sich der Gegenwart zuzuwenden, um für die Zukunft zu sammeln: Ortsvorsteherin Alexandra Ries erfüllte das Konzept gleich bei der Eröffnung mit Leben, wollte „ins graue Zimmer der Ortsvorsteher im Museum Farbe bringen“ und stiftete den überdimensionalen roten Telefonhörer, den sie bisher an Tablet oder Smartphone anschloss. -trö-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe