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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Dezember 2014

Kultur: Überspannt von dünner Metallhaut

SO KÖNNTE ES AUSSEHEN: Über die Zukunft des Staatstheaters machten sich Architekten und Jury, aber auch OB Dr. Frank Mentrup (2.v.r.) und Rolf Sutter vom Finanz- und Wirtschaftsministerium Gedanken. Foto: Fränkle

SO KÖNNTE ES AUSSEHEN: Über die Zukunft des Staatstheaters machten sich Architekten und Jury, aber auch OB Dr. Frank Mentrup (2.v.r.) und Rolf Sutter vom Finanz- und Wirtschaftsministerium Gedanken. Foto: Fränkle

 

Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters / Sieger des Architektenwettbewerbs für das 125-Millionen-Projekt stehen fest

Die Erweiterung und Sanierung des Badischen Staatstheaters ist für Land und Stadt ausgemachte Sache. Und jetzt steht auch fest, wie das Theater der Zukunft mit neuem Schauspielhaus, neuer Spielstätte für das Jugendtheater sowie Proberäumen und Werkstätten aussehen könnte. Eine Jury hat am Dienstag die beiden Siegerentwürfe eines europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs präsentiert.

Einstimmig entschied sich das Gremium für die Arbeiten der Bürogemeinschaften Delugan-Meissl mit Wenzel und Wenzel aus Wien und Karlsruhe sowie Dietrich/Untertrifaller Architekten aus Bregenz. Beide überspannen den Betonbau von 1975 mit einer schimmernden Metallhaut und erwecken so den Eindruck eines homogenen Ensembles.

Wolfgang Riehle, bis vor kurzem Präsident der baden-württembergischen Architektenkammer und Vorsitzender des Preisgerichts, lobte das „durchweg hohe Niveau“ der 20 eingereichten Arbeiten. Welche Variante letztlich zum Zug kommt, ist noch offen. Beide Arbeiten wiesen laut Riehle „noch Defizite auf“. Bei der einen wirke die Fassade sehr geschlossen, die andere sei funktional noch nicht ganz stimmig. Während einer Optimierungsphase werde nachgebessert und danach endgültig entschieden. Läuft alles nach Plan, kann mit dem Bau 2018 begonnen werden. Die Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro teilen sich Stadt und Land je zur Hälfte.

Energetische Sanierung des Altbestands, Anbauten, Verbesserung der Betriebsabläufe, Akzentuierung im Stadtraum, Achtung von Denkmalschutz und Urheberrecht und die Frage modularer Umsetzung bei laufendem Betrieb - die Aufgabenstellung des Wettbewerbs sei sehr komplex und „äußerst knifflig“ gewesen, freute sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup nach „intensiven Tagen“ über Ergebnisse, die „von allen begeistert mitgetragen werden“.

Die Generalsanierung des Hauses und die Konzentration der Spielstätten an der Baumeisterstraße verbesserten die „Bedingungen für die künstlerischen Produktionen entscheidend“. „Ausgesprochen glücklich“ war auch der Generalintendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler. Beide Büros brächten bereits Erfahrung im Theaterbau mit. Der Kulturstandort Karlsruhe habe bereits eine große Ausstrahlung, werde durch das Projekt aber nochmals „hervorragend gestärkt“, betonte Claudia Rose, Leiterin der Kunstabteilung im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK). Sie vertrat Ministerin Theresia Bauer. -maf-

 
 

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