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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Dezember 2014

Baustellen Kombilösung: Radler haben manchmal das Nachsehen

ES GEHT ENG ZU: An den Kombi-Baustellen wie hier an der Baumeisterstraße müssen Radler und Autofahrer besonders aufeinander Rücksicht nehmen. Foto: Fränkle

ES GEHT ENG ZU: An den Kombi-Baustellen wie hier an der Baumeisterstraße müssen Radler und Autofahrer besonders aufeinander Rücksicht nehmen. Foto: Fränkle

 

Noch Verbesserungsbedarf

Die aktuelle Wegeführung um die Baustellen der Kombilösung und die Radführungen und -querungen nach Fertigstellung des Autotunnels in der „neuen“ Kriegsstraße lagen dem Radlerforum besonders am Herzen. Dem Gremium gehören unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert Gemeinderatsvertreter und Interessenverbänden sowie Rad-Experten der Verwaltung an.

Wo der Verkehr auf engstem Raum um Baustellen fahren muss, könne man dem Radverkehr keine eigene Führung anbieten. Man müsse ihn dann auf der Fahrbahn mitführen, hatten Vertreter der KASIG mitgeteilt. Ein gewisses Verständnis signalisierte das  Radlerforum für diese Einschränkungen. Eindringliche Bitte war aber, sich kritische Stellen - etwa am Ettlinger Tor - noch einmal genauer anzuschauen.

In den Verkehrsrunden versuche man natürlich, die Belange des Radverkehrs zu berücksichtigen. Im Baustellenbereich habe er derzeit ein bisschen das Nachsehen, weiß auch die KASIG. Da die Geschwindigkeiten in den Umfahrungen wie am Mühlburger und Ettlinger Tor aufgrund der kurvigen Führung relativ gering sind, halte man es für vertretbar, den Radverkehr gemeinsam mit den Autos auf der Straße zu führen.

Eindeutigkeit, Orientierung und Sichtbeziehungen zwischen PKW- und Radfahrende waren die Stichworte des Radlerforums für das Anliegen, mit einer Beschilderung - etwa am Durlacher Tor - für Radfahrer rechtzeitig Anleitung für den „richtigen  Weg“ zu geben. Und am Ettlinger Tor könnten auf der rechten Fahrspur Rad-Piktogramme aufgebracht werden, als deutliches Signal: Hier sind auch Radfahrer unterwegs!

Im Forum verwies ein Redner auf die zuvor von der Polizei vorgestellte Radunfallstatistik: Neben Verstößen von Radlern und Autofahrern ging es da bei den Ursachen um eine Verkehrsführung, „die es Verkehrsteilnehmern leicht macht, sich richtig zu verhalten“. Nach ersten Praxis-Erfahrungen noch einmal nachdenken über Verbesserungen wünschte sich das Forum für die Kreuzung Baumeister-/Ettlinger Straße. Auch die KASIG sieht die Situation noch nicht optimal gelöst. Eine weitere „Brücke“ über die Baugrube für die West-Ost-Querung der Radler sei derzeit bautechnisch nicht möglich. Das Thema werde die KASIG im Auge behalten. Als gute Lösung hervorge­hoben wurde im Forum die Entscheidung, am Durlacher Tor Zwei-Richtungs-Radweg zuzulassen. 

Deutlich entspannter wird es nach Fertigstellung der Kombilösung zugehen. Auf Zustimmung stieß die konsequente Betrachtung des Radverkehrs in der Kriegsstraße und den angrenzenden Kreuzungsbereichen. Die KASIG hatte den Planungsstand vorgestellt, der noch mit beteiligten Stellen endgültig abgestimmt werden muss.

Positiv aufgenommen wurden die Planungen für die Anbindung der Höhenstadtteile über die Tiefentalstraße und L 623 ans Radwegenetz. Das Tiefbauamt berichtete, dass die bestehenden Geh- und Radweg verbreitert werden sollen. Für die Tiefentalstraße steht die Ausführungsplanung an, für die L 623 die Entwurfsplanung. Für beide Vorhaben sind naturschutzrechtliche Untersuchungen erforderlich.

Einen Ausblick auf 200 Jahre Fahrrad gab das Stadtmarketing. Zu den Heimattagen 2017 ist vorgesehen, Karlsruhe als Heimat des Fahrraderfinders zu feiern. Derzeit überlegt wird etwa, das Welttreffen historischer Räder mit Hochrad-WM nach Karlsruhe zu holen. -rie-

 
 

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