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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Dezember 2014

Flüchtlinge: Wappnen für Engpass

OFFENE HERZEN UND OHREN hatten die beiden Landesbischöfe Jochen Cornelius-Bundschuh und Frank Otfried July (von links) bei ihrem Besuch im Griesbachhaus für die Probleme von Flüchtlingen. Foto: Fränkle

OFFENE HERZEN UND OHREN hatten die beiden Landesbischöfe Jochen Cornelius-Bundschuh und Frank Otfried July (von links) bei ihrem Besuch im Griesbachhaus für die Probleme von Flüchtlingen. Foto: Fränkle

 

Zustrom hält an / Bundeswehrbau dient bis März als Notquartier

Der Flüchtlingszustrom nach Baden-Württemberg in die Karlsruher Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) und ihre Außenstellen hält unvermindert an. Um für Engpässe gewappnet zu sein, richtet das Regierungspräsidium auf dem Gelände der einstigen Standortverwaltung der Bundeswehr in der Kriegsstraße eine Notunterkunft für etwa 500 Flüchtlinge ein.

Befristet bis 31. März 2015, das habe man der Stadt zugesichert, heißt es in einer Pressmitteilung der Behörde. Die kurzfristige Maßnahme sei ein „wichtiger und notwendiger Schritt“, Hilfsbedürftigen über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel „ein sicheres Dach über dem Kopf anbieten zu können“.

Ein Bild von der Situation vor Ort machten sich am Dienstag, 9. Dezember, die evangelischen Landesbischöfe von Baden und Württemberg, Jochen Cornelius-Bundschuh und Frank Otfried July. Nach Gesprächen in der LEA besuchten sie auch die Flüchtlingsunterkunft „Griesbachhaus“ in Mühlburg. "Wir müssen uns klar machen, welche großen Belastungen die in der LEA und ihren Außenstellen arbeitenden Menschen täglich erleben“, erklärte Jochen Cornelius-Bundschuh vor Pressevertretern. Das staatliche und kirchliche Engagement vor Ort sei „herausragend“.

Wichtig war ihm die gute Verzahnung zwischen den verschiedenen Akteuren der Flüchtlingsarbeit im beruflichen wie ehrenamtlichen Bereich. "Das kirchliche Engagement für Flüchtlinge ist nicht nur irgendein Thema, sondern gehört zum Herzschlag kirchlicher Arbeit", sagte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Der Zeitpunkt des Besuches wenige Wochen vor Weihnachten habe auch „symbolischen Wert“. Auch nach Jesu´ Geburt seien dessen Eltern auf der Flucht gewesen.

Die Situation bleibt angespannt. Bis Ende November wurden in Baden-Württemberg 22.000 Asylsuchende registriert, für Dezember sind es bereits 1.300. Freie Plätze gibt es kaum, die Unterkünfte im Karlsruher Stadtgebiet sind mit derzeit 3.600 Flüchtlingen nahezu voll belegt. Etwas Entlastung bringt der LEA-Ableger in Meßstetten, dessen Kapazität schrittweise erhöht wird. Am vergangenen Wochenende seien 170 Flüchtlinge in die frühere Zollernalb-Kaserne verlegt worden, 200 weitere sollen laut Regierungspräsidium bald folgen.

Für weitere Quartiere in ehemaligen US-amerikanischen Liegenschaften in Mannheim und Heidelberg liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Sind sie in Betrieb, können dort 3.000 Menschen unterkommen. Das Regierungspräsidium hofft, dass die ersten Neuankömmlinge noch vor Weihnachten einziehen können. -red-

 
 

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