Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Dezember 2014

Kulturpreis der TechnologieRegion: Würdigung für kreatives Netz-Wirken

Kriegsgedenken, Poesie und Filmfabrik überzeugen Jury, „Müllmonster“ das Publikum

„Spiel ist das ultimative Medium.“ Was in welchen Behälter gehört, lerne man „am besten in einem Alter, wo man noch lernfähig ist“, erklärte Greta Luise Hoffmann am Dienstag, 9. Dezember, im Tollhaus. Das leuchtete dort offenbar dem Gros ein, das ihr für „Müllmonster“ den Publikumspreis des KULT 2014 verlieh.

Im Vorfeld hatte eine Jury die besten zehn aller Bewerber um den Kulturpreis der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) bestimmt und ihnen so nun dies Forum geboten. In je drei Minuten durften sie dort ihren Beitrag zu „eCulture - Kultur im Netz“ präsentieren. Dann wurde das Podium verkündet. Gewinnerin ist Katherine Quinlan-Flatter - Anerkennung und 1000 Euro für „First World War Commemoration Site Ettlingen“. Jenen, die von ihrer „Adoptivheimat“ aus in den Ersten Weltkrieg zogen, gibt die Engländerin in ihrem Blog Gesicht und Geschichte. Karlsruhes Erster Bürgermeister Wolfram Jäger würdigte ihn als Mahnmal und „auf den ersten Blick professionelle Dokumentation“. Zu schwer zu durchdringen sei das „kollektive Gedächtnis“ Internet für viele Menschen, was Quinlan-Flatters akribische und lesbare Aufarbeitung  ändere. Über teils ungeöffnete Nachlässe sowie Feldpost, Tagebücher, Zeitungen, Front-Kunst, Denkmäler, Schicksale will die in Indien Geborene und nach eigenem Gefühl „Staatenlose“ die oft dämonisierten Deutschen „als Menschen darstellen“.  

Es gebe keinen Widerspruch zwischen Technologie und Kultur, betonte Josef Offele, Vorsitzender der TRK-Kulturkonferenz. Ziel war es, „Helden ans Licht zu holen“, die das vitale kulturelle Element der Region digital beleuchten. Wie der Vize: „A Gomringer Z“ - eine „interaktive Webdoku“ als Hommage an den „Vater der Konkreten Poesie“, so Nina Rind. Jedes eingegebene Wort aktiviert nach Anfangsbuchstabe hinterlegte Videos, in denen der Schweizer Literat Eugen Gomringer eigene Werke vorträgt. Allein dieses Jahr 20 spannende Filme (Musik, Imagepflege und anderes mehr) in der Freizeit produziert und präsentiert hat das Team von „Bott-X Pictures“ um Benjamin Herkert. Die Losung der Drittplatzierten: „Aus weniger mehr machen.“

Weitere Nominierte:

„300 Jahre 300 Köpfe“ dokumentiert und kommuniziert zu Karlsruhes Stadtgeburtstag. Das ZKM trägt mit „ArtOnYourScreen“ digitale Kunst in die Welt. Die Band „The Curbside Prophets“ beweist, wohin Vernetzung führt. „Die Schreibmaschine“ ist Miriam Steinbachs Ventil für kreatives Wirken in Heimat und Ferne. Kavantgar.de sieht sich als „Szene-Kitt“ von U- und E-Kultur. Ana und Anda werben via „Video-Clips für die Menschenrechte“ auf youtube um konstruktives Netzagieren im Geist der Freiheit. -mab-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe