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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Dezember 2014

Tierbeschäftigung: Gehirnjogging hält fit

FLEISSIG PULEN: Der Kanister war von den Teilnehmerinnen des Tierbeschäftigungsseminars unter anderem für Rotscheitelmangaben mit Holzwolle und Körnern gestopft worden. Foto: Riedel

FLEISSIG PULEN: Der Kanister war von den Teilnehmerinnen des Tierbeschäftigungsseminars unter anderem für Rotscheitelmangaben mit Holzwolle und Körnern gestopft worden. Foto: Riedel

 

An Obstketten erfreuen sich neben Katta und Co. auch Besucher

Alf schüttelt mit heftigen Bewegungen die Körner aus dem gelöcherten Fußball heraus, Kano sitzt am Boden und lässt sich die heruntergefallenen Leckereien schmecken. Teamarbeit bei den Rotscheitelmangaben also - wenn auch etwas ungerecht verteilt.

Aber das Pärchen scheint um Ausgleich bemüht: Beim gefüllten Kanister übernimmt dann sie die „Vorbereitung“, das Abdrehen des Deckels. Gleich darauf reißt das Männchen ungeduldig die Holzwolle heraus, in der sich - hoffentlich - ein paar Naschereien verfangen haben.

Unter den Zoobesucherinnen und Zoobesuchern, die gespannt die „Auspackaktion“ beobachten, sind auch die Kursteilnehmer des Seminars Tierbeschäftigung. Sie haben zusammen mit Christine Peter, der Krefelder Fachfrau in Sachen Tierbeschäftigung, kürzlich für Aras, Schimpansen, Lisztaffen oder Kattas allerlei „Futteretuis“ gebastelt: gestopfte Fußbälle, raschelnde Körnerzöpfe aus Backpapier, Obst- und Gemüseketten, gespickte Tannenzapfen, in Straußeneier gepackte Mehlwürmer oder aus Toilettenpapier geformte Höhlen für kleine Nager.

Jetzt sehen sie, wie gut  das Gebastelte bei den Zootieren ankommt. Können beobachten, dass der eine sehr geschickt das „Futterrätsel“ löst, der andere Anlaufzeit braucht. „Mich hat die Cleverness der Schimpansen beeindruckt - wie sie ohne Zögern die Öffnung der Papierrolle nach oben hielten, damit kein Futterstückchen versehentlich herausfallt“, erzählte eine Teilnehmerin.

„Tiere brauchen Beschäftigung - und haben ihre Freude an der Abwechslung“, ist sich Affenpfleger Michael Heneka sicher. Aus erster Hand haben die Kursteilnehmer von ihm Wissenswertes über seine Pfleglinge erfahren. Heneka ist ein großer Fan des Seminars, das sicher noch einmal wiederholt wird. Im normalen Alltag hat er wenig Zeit, selbst viel zu basteln.

Einen Tag lang haben die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Peter gewerkelt - so fleißig, dass nun einiges an Reserve da ist. Tierbeschäftigung wirke für die Tiere wie Gehirnjogging, halte sie fit und stärke deren Immunsystem. Ein weiterer positiver Effekt lässt sich im Affen- oder Raubtierhaus beobachten: Zuschauen macht richtig Spaß. Viel länger als üblich verweilen Besucher vor den Gehegen - gefesselt vom geschickten Daumen der Schimpansen, den Balancekünsten der Kattas auf der Obstkette oder dem zielgerichteten Einsatz der Raubtiertatze. -rie-

 
 

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