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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Dezember 2014

Gemeinderat: Busbahnhof an Fautenbruchstraße

STANDORTFRAGE GEKLÄRT: Südöstlich und nah des Hauptbahnhofs soll die Fautenbruchstraße nach dem Willen des Gemeinderats einen neuen Busbahnhof für Karlsruhe erhalten. Foto: Fränkle

STANDORTFRAGE GEKLÄRT: Südöstlich und nah des Hauptbahnhofs soll die Fautenbruchstraße nach dem Willen des Gemeinderats einen neuen Busbahnhof für Karlsruhe erhalten. Foto: Fränkle

 

Die Standortfrage ist entschieden / Mehrheitsbeschluss nährt Hoffnung auf, aber auch Sorgen um Vermarktung des „Filetstücks“ Hauptbahnhof-Süd

Der Weg für den benötigten neuen Busbahnhof ist frei. Bei 17 Gegenstimmen hat sich der Gemeinderat letztlich für den Standort Fautenbruchstraße ausgesprochen. Die Verwaltung sieht dadurch auch bessere Vermarktungschancen für die Alternative Hauptbahnhof-Süd.

Die Frage, ob dieses städtische „Filetstück“ noch zum Gaumenschmaus wird, entwickelte sich im Plenum zur Dauerrhetorik. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zufolge gibt es Interessenten, die aber nur dann in das Gelände südlich des Hauptbahnhofs investierten, wenn dort nicht zahllose Fernbusse verkehrten. Durch sie wird Karlsruhe indes zum süddeutschen Knotenpunkt.

An der Fautenbruchstraße, wo die Stadt inzwischen Grundstücke von der Firma Aurelis erworben hat, lasse sich der Boom besser nutzen und bei gegenteiliger Marktentwicklung auch eher ein Rückbau vollziehen. Auch werde es die nötige Infrastruktur wie etwa Unterstand, Verpflegung oder Toiletten geben. Mentrup: „Es wäre sehr reduziert, der Verwaltung zu unterstellen, es ginge ihr nur um die Vermarktung.“

Jetzt muss sie ein Modell für Bau und Betrieb erarbeiten, und soll auch liefern, mahnte Stadtrat David Hermanns (SPD): „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Die gegenwärtigen verkehrlichen Rahmenbedingungen seien katastrophal. Stadtrat Thorsten Ehlgötz betonte für seine CDU-Fraktion, die in der Fautenbruchstraße schon immer die richtige Wahl gesehen habe: „Entscheidend wird sein, dass die Verkehre reibungslos abfließen.“ Einige hundert Meter Fußweg vom Bahnhof seien vertretbar, ähnlich äußerte sich im Fazit auch der OB.

Große Bedenken erklärte die AfD. Stadtrat Marc Bernhard bezweifelte, dass „jetzt plötzliche viele Investoren Schlange stehen“. Und selbst wenn: „Das darf für uns als Stadt nicht das entscheidende Argument sein.“ Der Änderungsantrag der AfD pro Hauptbahnhof Süd stieß auf mehrheitliche Ablehnung. Zu den 17 Befürwortern zählte neben den Grünen die FDP, weil Bürger und Busunternehmer sich für den Hauptbahnhof ausgesprochen hätten. Ein neuer Busbahnhof sei unerlässlich, der jetzige „unwürdig“, so Stadtrat Tom Høyem. Johannes Honné (GRÜNE) wog Wirtschaftlichkeit und Flexibilität gegen erklärten Bürgerwillen ab. Auch müsse bedacht werden, dass die meisten Busreisenden den ÖPNV nutzten.

„Es gibt keine Alternative“, machte sich Friedemann Kalmbach (GfK) für die Fautenbruchstraße stark, und auch die KULT-Fraktion folgte der Verwaltungsvorlage. So forderte Fraktionschef Lüppo Cramer, Gespräche mit „potenten Investoren“ sollten bald Klarheit bringen. Auch wenn man sich dann doch eingestehen müsse: „Es ist halt nicht zu vermarkten.“ FW-Stadtrat Jürgen Wenzel sprach von einem „point of no return“, nannte den Hauptbahnhof „unser Tor zum Schwarzwald“, doch eine Fernbus-Perspektive erkenne er eher in der Fautenbruchstraße. Anderer Meinung war Stadtrat Niko Fostiropoulos (LINKE). Er scheute die Kosten und favorisierte eine zentrale Funktion des Hauptbahnhofs als „Drehkreuz für die Region“. -mab-

 
 

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