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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Dezember 2014

Gemeinderat: Nachbesserungen für Bonusprogramm

 

Stadt bezuschusst weiterhin energetische Sanierungen im Privatbereich

Mehrheitlich billigte der Gemeinderat bei sieben Gegenstimmen die Weiterentwicklung des Bonusprogramms Energetische Sanierung im Privatbereich. Gleichzeitig lehnte das Plenum einen Änderungsantrag des parteilosen Stadtrats Stefan Schmitt ab. Dieser wollte "kein Bonusprogramm fördern, das umweltschädliches Material wie Styropor einbezieht" und wies auf Bedenken von Brandschützern hin.

Mit dem Bonusprogramm samt Energieberatung bezuschusste die Stadt von September 2011 bis August 2014 energetische Baumaßnahmen an 214 Gebäuden mit 714 Wohnungen sowie 221 Energieausweise. Jährlich wurden 224.000 Euro ausgegeben. Fensteraustausch, Fassaden- und Dachdämmung machten 90 Prozent aus.

Allein durch die Förderungen im Jahr 2014  können so in 25 Jahren Laufzeit 3.400 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden. Nach den Praxiserfahrungen sollen künftig unter anderem Gebäude förderfähig sein, deren Bauantrag vor 1995 gestellt wurde und bei denen die Wohnnutzung mehr als die Hälfte ausmacht. Übernommen werden nun zehn Prozent  der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 Euro für ein Einfamilienhaus oder die erste Wohneinheit, 1.000 Euro für jede weitere Wohnung, maximal jedoch 10.000  Euro pro Gebäude. 

"Für sinnvoll" hielt Stadtrat Dr. Thomas Müller (CDU) das Programm. "Die Ausweitung auf Gebäude jüngeren Alters, die teilweise gewerblich genutzt" werden können, begrüßte SPD-Stadtrat Dr. Raphael Fechler. Er regte zudem "eine valide Nutzerbefragung" an. Für die "gelungene und zielorientierte Überarbeitung" dankte Stadträtin Zoe Mayer (GRÜNE) ebenso wie Stadtrat Erik Wohlfeil (KULT). Durch 640.000 Euro Fördergeld habe man Aufträge von neun Millionen Euro für den regionalen Mittelstand erzeugt, so  Mayer. Sie wünschte sich nun eine "verstärkte Bewerbung im Privatbereich". Eine Gefahr durch Polystyrol sei fachlich nicht nachvollziehbar.

"Nicht korrekt" fand FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß die Vorlage. Bei Mehrfamilienhäusern dürfe es keinen maximalen Zuschuss geben. Eine "Wirtschaftlichkeitsberechnung für Privatleute, ob sich der Aufwand für sie lohne, forderte Stadtrat Jürgen Wenzel (FW), der auch Sicherheitsbedenken äußerte. Mit welchem Material sie dämmen, wollte OB Dr. Frank Mentrup der Bürgerschaft nicht vorschreiben. Eigene Vorlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser seien nicht möglich. -cal-

 
 

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