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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Dezember 2014

Geschichte: Ein Leben lang engagiert

VOR 150 JAHREN GESTORBEN:  Der Pädagoge und Historiker Karl Friedrich Vierordt. Bild: Stadtarchiv

VOR 150 JAHREN GESTORBEN: Der Pädagoge und Historiker Karl Friedrich Vierordt. Bild: Stadtarchiv

 

Karl Friedrich Vierordt am 19. Dezember vor 150 Jahren gestorben

Nein, er war nicht der Stifter des Vierordtbades, sondern ein entfernter Verwandter: der Pädagoge und Historiker Karl Friedrich Vierordt. In Erinnerung blieb der 1790 geborene Karlsruher vor allem als Historiograf der Evangelischen Landeskirche.

In seiner Freizeit hatte er nach mühevoller Recherche die als Standardwerk geltende zweibändige "Geschichte der evangelischen Kirche im Großherzogthum Baden" erarbeitet. Sie reicht von der Reformation bis ins Jahr 1855. Neben einer Geschichte der Karlsruher Mittelschule veröffentlichte Vierordt noch den ersten Band einer mehrteilig angelegten Badischen Geschichte, der bis 1493 reichte. Dazu kamen Abhandlungen und Reden in Zeitschriften und als Programme des Karlsruher Lyceums.

Dort war er selbst zur Schule gegangen, hatte seit 1820 zunächst als Lehrer,  1823 als Professor und schließlich von 1855 bis 1860 als Direktor gewirkt. Unterricht gab er in Religion ebenso wie in Latein, Griechisch, Deutsch, Französisch, Naturlehre und Geschichte.

Den Sohn des badischen Kammerrates Ernst Jakob Vierordt und seiner Frau Anna Magdalena hatte der Dichter Johann Peter Hebel als Lehrer und väterlicher Freund gefördert. Unter seinem Einfluss studierte Vierordt in Heidelberg evangelische Theologie. Nach exzellenter Prüfung wirkte er zunächst ab 1811 als Vicar in Weißweil, dann an der damals weithin bekannten Schule Pestalozzis  im schweizerischen Yverdon.

Nach einem Intermezzo als Hauslehrer in Neuchâtel, ging er als Vicar nach Diersheim, schließlich 1816 als Lehrer an das Lahrer Pädagogikum. Aus seiner dort mit Rosette Preue geschlossenen Ehe gingen zwei Kinder hervor. Anschließend setzte Vierordt seine Karriere in Karlsruhe fort. Neben seiner Schultätigkeit saß er in der Kirchen- und Prüfungskommission sowie der Ministerialsektion, dem späteren Oberkirchenrat. Der 23 Bände umfassende handschriftliche Nachlass des 1864 in seiner Heimatstadt Gestorbenen bewahrt heute die Universitätsbibliothek Heidelberg auf. -cal-

 
 

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