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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Dezember 2014

„Fest der Wunder“: Jüdische Gemeinde erleuchtet Karlsruhe zu Chanukka

STRAHLKRAFT entfaltete der zum siebten von acht Festtagen erhellte Chanukkaleuchter vor der Synagoge, Knielinger Allee. Foto: Fränkle

STRAHLKRAFT entfaltete der zum siebten von acht Festtagen erhellte Chanukkaleuchter vor der Synagoge, Knielinger Allee. Foto: Fränkle

 

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier - anders als im christlichen Advent durften Karlsruhes jüdische Kultusgemeinde und Besucher vorige Woche sieben Lichter zählen, die den nahenden Höhepunkt des Chanukka- oder Lichterfests verkündeten.

Erstmals seit 1976 fiel der entscheidende achte Tag dann auf Heiligabend. Bürgermeister Michael Obert sah darin eine große Chance für Nähe. Wichtig sei, „nicht nur Respekt, sondern vor allem keine Angst voreinander zu haben“. Ein gutes Zeichen sei es darum, Chanukka entgegen der Tradition auch öffentlich zu feiern.

So konnten nun gut 100 Bürger miterleben, wie nacheinander acht von neun Armen, die sogenannte Dienerkerze mit eingerechnet, der beeindruckenden Chanukkia vor der Synagoge in der Knielinger Allee erleuchtet wurden. Das Zeremoniell erinnert an das Wunder zur Wiedereinweihung des zweiten Jerusalemer Tempels. In ihm fanden die Makkabäer laut Überlieferung nur noch geweihtes Öl für einen Tag, das aber acht Tage hielt. Seitdem feiern Juden, so der Gemeindevorsitzende David Seldner, das „Fest der Wunder und des Lichts, der Religionsfreiheit“. Es gehe weniger um die Rückeroberung als darum, „Herz und Verstand zu erleuchten, nach Frieden zu streben“.

Umrahmt von Chorbeiträgen und liturgischem Gesang brachten auch Bürgermeister Obert und Polizeipräsident Günther Freisleben jeweils eine Laterne an. Dann strebte drinnen Alles nach kleinen Leckerbissen rund um Sufganiot, eine Art in Öl gebackene Krapfen. Es ging eng zu - und fröhlich. -mab-

 
 

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