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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Dezember 2014

Gemeinderat: Ja zum Golfen am Batzenhof

ZUM GOLFPLATZ AM BATZENHOF fasste der Gemeinderat den Einleitungs- und Auslegungsbeschluss. Foto: Fränkle

ZUM GOLFPLATZ AM BATZENHOF fasste der Gemeinderat den Einleitungs- und Auslegungsbeschluss. Foto: Fränkle

 

Gemeinderat brachte Planverfahren auf den Weg / Befürworter: neues Sportangebot / Gegner: Fläche für Landwirtschaft fällt weg

Es geht weiter: Nach einer Runde über den Vermittlungsausschuss aufgrund des Vetos aus Stupferich fasste der Gemeinderat vor Weihnachten für die Golfanlage Batzenhof mehrheitlich den Einleitungs- und Auslegungsbeschluss zum entsprechenden Bebauungsplan.

Zu Beginn der Aussprache wiederholte OB Dr. Frank Mentrup noch einmal die im Vermittlungsausschuss Stupferich gemachte Zusage und weitete sie auf die anderen Stadtteile aus: Man werde auf den geplanten Zufahrten über die Ochsenstraße in Palmbach, über Hohenwettersbach und den Thomashof auf Schleichverkehre achten und diese gegebenenfalls unterbinden. „Wenn es zwischen Autos und Fußgängern unsichere Situationen gibt, werde wir mit Maßnahmen reagieren“, so Mentrup. Der aktuellen Zustimmung aus Stupferich und Hohenwettersbach  zur Weiterführung des Verfahrens stand die ablehnende Stellungnahme aus dem Durlacher Ortschaftsrat gegenüber.

Das 127 Hektar große Areal liegt auf Hohenwettersbacher und Stupfericher Gemarkung. 2007 hatten Baron von Maffei sowie die Kögler GbR das Planverfahren beantragt. Golf soll zwischen März und November gespielt werden.

„Wir sind froh, dass der Investor so lange bei der Stange blieb“, meinte CDU-Stadtrat Sven Maier. Nichts halte seine Fraktion davon, die Ortschaften bei den Zufahrten gegeneinander auszuspielen. Man begrüße die Aufteilung der Verkehre auf drei Zufahrten, meinte er mit Blick auf die aus Durlach gewünschte Herausnahme der Zufahrt über den Thomashof. Ein Anliegen, dass die GfK per Änderungsantrag erfolglos eingebrachte. Gerade diese dreistrahlige Erschließung war auch für SPD-Stadträtin und Ortsvorsteherin von Hohenwettersbach, Elke Ernemann, ein Plus. Die Golfanlage sei ein Sportangebot und schaffe Arbeitsplätze. Statt „kilometerlang folienabgedeckter Maismonokultur“ werde die Landschaft sanft modeliiert, Erfahrungen anderer Anlagen - wie in Bruchsal - belegten, dass die heimische Tierwelt nicht vertrieben werde. Ja zum Golfplatz signalisierte auch Tom Høyem (FDP).

Die Gegner machten ihre Ablehnung am Wegfall landwirtschaftlicher Flächen und insbesondere an der dreistrahligen Verkehrserschließung fest. In erster Linie wegen der Erschließung lehne er ab, meinte denn auch Jürgen Wenzel (FW). Nach Abwägung von Pro und Contra sei letztlich für das Nein der KULT-Fraktion ausschlaggebend, dass „wertvollster landwirtschaftlicher Boden“ wegfalle, so Stadtrat Dr. Eberhard Fischer: „Die Landwirtschaft hat für uns hier das absolute Prä.“

Ähnlich sah dies Bettina Lisbach (GRÜNE). Das dreistrahlige Zufahrtskonzept sei ein schlechtes, es gebe aber auch keine gute Lösung für den Golfplatz-Verkehr. Kurzum: Das Gebiet verdiene eine ökologische Aufwertung mit mehr Struktur und Vielfalt, dafür „ist der Golfplatz nicht das richtige Instrument“. „Wir eröffnen erst das Verfahren“, betonte Mentrup. Der OB weiter: „Mit allen kritischen Punkten setzen wir uns im Rahmen des Planverfahrens auseinander.“ -rie-

 
 

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