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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Januar 2015

Geschichte: Von Städten, Demokratie und Macht

GEDENKSTÄTTE DER DEMOKRATIE: Das neue Ständehaus, in dem auch zwei Veranstaltungen zu Stadt und Demokratie stattfanden. Foto: Fränkle

GEDENKSTÄTTE DER DEMOKRATIE: Das neue Ständehaus, in dem auch zwei Veranstaltungen zu Stadt und Demokratie stattfanden. Foto: Fränkle

 

Buch fasst die Beiträge zweier historischer Veranstaltungen im Ständehaus zusammen

Ein Buch, das jetzt herausgekommen ist, fasst die Vorträge bei einer Tagung des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichte unter dem Motto „Stadt und Demokratie“ sowie eines Symposiums „60 Jahre Grundgesetz, Stadt und Demokratie“ zusammen. Beide Veranstaltungen fanden schon vor einiger Zeit in der Gedenkstätte für Badische Demokratiegeschichte im Ständehaus statt.

Jetzt haben der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Ernst Otto Bräunche, und der Historiker Prof. Dr. Peter Steinbach die Beiträge zusammengestellt. Bräunche ist stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises, Steinbach lehrte unter anderem in Karlsruhe und Mannheim.

Die Beiträge gehen tief in die Grundlagen kommunaler Selbstverwaltung (Peter Steinbach) oder fordern angesichts der Prognosen, dass um 2030 die Hälfte der Erdbevölkerung in städtischen Strukturen leben wird „Alle Macht den Städten“ (Michael Silagi). Hans Joachim Hecker schildert die Stellung der Bürgermeister in den Kommunalverfassungen Badens und Bayerns im 19. Jahrhundert. Der ehemalige Stadthistoriker Manfred Koch zeigt am Beispiel Karlsruhes die Zerstörung und den Wiederaufbau der Demokratie zwischen 1930 und 1948. Koch schildert, wie soziale Not die Haushalte der Städte über Gebühr belastet und wie die NSDAP und die KPD mit ihren Provokationen die Demokratie auch in kommunalen Gremien wie dem Bürgerausschuss und dem Stadtrat untergruben. Bis hin zum Ende der kommunalen Selbstverwaltung nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933.

Die Stunde der kommunalen Verwaltung schlug wieder nach dem Zweiten Weltkrieg, als es daran ging die Trümmer der NS-Herrschaft und des von ihr angezettelten Krieges zu beseitigen. Eine erste Kommunalwahl wurde am 26. Mai 1946 abgehalten.

Das knapp 330 Seiten umfassende Buch mit zahlreichen Abbildungen ist beim Thorbecke-Verlag erschienen und zum Preis von 29 Euro im Handel zu bekommen. -erg-

 
 

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