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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Januar 2015

Ranking: Silbermedaille geht an Karlsruhe

WOHNRAUM IST RAR, aber Karlsruhe bleibt attraktiv und wächst. Foto: Fränkle

WOHNRAUM IST RAR, aber Karlsruhe bleibt attraktiv und wächst. Foto: Fränkle

 

Fächerstadt besticht bei Bildung, Arbeitsmarkt, Wohlstand / Baden-Württemberg top

Klammert man München wie den Fußballprimus FC Bayern als eine Art eigene Liga aus, ist Karlsruhe Deutschlands attraktivste und erfolgreichste Stadt. Aber Platz zwei im Ranking der DekaBank und der Fachzeitschrift immobilienmanager gibt genug Grund zur Freude. So kletterte die Fächerstadt gegenüber 2013 noch zwei Ränge nach oben.

Lokalpatrioten mögen bedauern, dass Schwaben, Südbadener und Kurpfälzer zwar abgehängt wurden, aber oben mitmischen. Tatsächlich darf sich ganz Baden-Württemberg als Sieger fühlen. Dafür sorgen Stuttgart, das als stärkste Verbesserung von elf auf vier sprang, der Fünfte Freiburg (zuvor 6.) und Mannheim auf Platz 12 (14.). Das Ländle-Quartett unter den 39 analysierten Städten mit wie vorgegeben mindestens 200.000 Einwohnern steht also hervorragend da. Von Karlsruhe überholt, komplettiert Frankfurt am Main das Treppchen.

Das Gesamtergebnis basiert auf 28 Indikatoren, die sich hauptsächlich aus staatlichen Statistiken sowie Schätzungen eines Datenanbieters generieren. Aufgeteilt sind sie in sieben einzeln bewertete Themengebiete - Arbeitsmarkt, Bildung, Demografie, Erreichbarkeit, Lebensqualität, wirtschaftliche Stabilität, Wohlstand. Letzterem fällt wie dem Arbeitsmarkt mit 20 Prozent das größte Gewicht zu, Lebensqualität und Erreichbarkeit fließen zu je 15 Prozent ein, den übrigen Faktoren fallen je zehn Prozent zu. „Karlsruhe zeigt so gut wie keine Schwächen“, bilanziert immobilienmanager. Die badische Residenz erreicht acht von acht Mal das obere Tableau - besonders deutlich in Sachen Bildung: Rang zwei.

Hervorzuheben ist außerdem der sechste Platz beim Wohlstand, der über die gleichberechtigten Indikatoren regionales nominales Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, Kaufkraft, Einzelhandelsumsatz, öffentliche Verschuldung und Armutsgefährdung ermittelt wurde. Auch die Ränge vier und sieben in punkto Arbeitsmarkt und wirtschaftliche Stabilität sind freilich sehr bemerkenswert.

Eher schwach schneidet Karlsruhe nur bei drei Einzelpunkten ab: Erreichbarkeit (14.) per Flugzeug, U-18-Anteil (Spitzenreiter ist Wiesbaden) und Wohnungsangebot. Die Demografie (16.) bleibt auch für das wachsende, mit gut 40.000 Männern und Frauen studentenreiche Karlsruhe eine Herausforderung. Obwohl es laut Statistischem Jahrbuch erstmals seit Dekaden fast so viele Geburten wie Todesfälle in der Fächerstadt gab.

Die Landeshauptstadt muss sich bei Wohlstand, Arbeitsmarkt und Lebensqualität (Karlsruhe 15.) nur von München geschlagen geben. Das hat einen Ausreißer mit Platz 29 bei der Bildung zu verkraften. Im Vorjahr wirkte Bayerns G8-Start durch doppelte Abi-Jahrgänge nach. Baden-Württembergs Städte profitierten so gesehen jetzt.

Die Tatsache, dass die Bewertungsskala jährlich angepasst wird, methodische Änderungen erfolgen, hemmt die übergreifende Vergleichbarkeit. Trotzdem bleibt das Ranking aussagekräftig. Und verglichen mit den elf Punkten Vorsprung des FC Bayern zur Winterpause, fällt Münchens Gesamtsieg mit 71 gegenüber 68 von 100 möglichen Punkten knapp aus. -mab-

 
 

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