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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Januar 2015

Muslime schützen Pressefreiheit: Nach Freitagsgebet Mahnwache von Ditib Karlsruhe vor SWR-Studio

EIN DEUTLICHES ZEICHEN GESETZT: OB Dr. Frank Mentrup zeigte sich bei der Mahnwache vor dem SWR tief beeindruckt davon, wie klar sich Ditib Karlsruhe zu den Grundechten und Werten bekannte. Foto: Fränkle

EIN DEUTLICHES ZEICHEN GESETZT: OB Dr. Frank Mentrup zeigte sich bei der Mahnwache vor dem SWR tief beeindruckt davon, wie klar sich Ditib Karlsruhe zu den Grundechten und Werten bekannte. Foto: Fränkle

 

OB Mentrup: Klares Bekenntnis zu Grundrechten und Werten / Am Montag Kundgebung für Vielfalt

Wie in anderen Großstädten der Republik hielten Muslime auch in Karlsruhe als Reaktion auf den Anschlag auf die Pariser Satirezeitung „Charlie Hebdo“ am vergangenen Freitag,16. Januar, eine Mahnwache für Meinungs- und Pressefreiheit. Die Türkisch-Islamische Union (Ditib) Karlsruhe versammelte sich dazu nach dem Freitagsgebet vor dem SWR-Studio in der Kriegsstraße.

Die Terrorakte von Paris bezeichnete Lütfü Azal, der Vorsitzende von Ditib Karlsruhe, vor den 70 Teilnehmern der Mahnwache „als Anschlag auf die Grundprinzipien unseres Glaubens“. Die Muslime wollten, so Azal, „nicht zusehen, wie Hass und Gewalt die Gesellschaft spalten“. Die Aktion vor dem SWR solle verdeutlichen, dass sich Muslime vor die Medien stellen, sich für Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Azal: „Und wir wollen damit auch zeigen, dass wir Leben und Freiheit jedes Mitmenschen schützen“.

Jeder müsse „sagen und schreiben dürfen, was er denkt, ohne um sein Leben fürchten zu müssen“, betonte Derya Sahan, Gemeindekoordinatorin von Ditib Karlsruhe. Es quäle das Herz, „wenn Menschen den Namen Allahs missbrauchen und in seinem Namen morden“. Und der Landesgeschäftsführer von Ditib Baden, Fatih Sahan, machte unmissverständlich klar: „Wir sind ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft und stehen für Demokratie und Meinungsfreiheit ein“.

In seiner Rede zeigte OB Dr. Frank Mentrup großen Respekt davor, „mit welch persönlicher Betroffenheit und tiefer Ablehnung die Muslime auf die brutalen Terrorakte reagieren“. Für das klare Bekenntnis zu Grundrechten und Werten, die deutliche Absage an Hass und Gewalt sei er dankbar. Für den OB gab die bundesweite Aktion „ein unüberhörbares Signal“. Mentrup: „Die islamische Welt nimmt die Herausforderung an, durch Terror keinen Keil zwischen sich und andere Religionen treiben zu lassen“.

Gegen Hass, Gewalt, Ausgrenzung und Instrumentalisierung terroristischer Bluttaten wendet sich auch eine Kundgebung am Montag, 26. Januar, um 17 Uhr auf dem Stephanplatz. Mehr als das: Bei der Aktion unter dem Motto „Vielfalt willkommen heißen“ wollen Parteien, Verbände und Institutionen der Fächerstadt mit Bürgerinnen und Bürgern Flagge zeigen für ein vielfältiges, weltoffenes und solidarisches Karlsruhe. Die Kundgebung wird von einem Netzwerk unterstütz, das von CDU, SPD, Grünen, KULT, FDP und Linke über katholische und evangelische Kirche und islamische Vereine bis zu Gewerkschaften, Flüchtlingshilfe und Stadtjugendausschuss reicht. Redner sind OB Mentrup, Angel Stürmlinger (IG Metall) und der evangelische Stadtdekan Thomas Schalla.  -trö-

 
 

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