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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Januar 2015

Jugendamt in neuen Räumen: Wandel verpflichtet

MIT BREAKDANCE-EINLAGEN sorgte der Schülerhort Albert-Braun-Straße bei der Eröffnungsfeier der neuen Räume des städtischen Jugendamtes für gute Laune bei den vielen Gästen. Foto: Fränkle

MIT BREAKDANCE-EINLAGEN sorgte der Schülerhort Albert-Braun-Straße bei der Eröffnungsfeier der neuen Räume des städtischen Jugendamtes für gute Laune bei den vielen Gästen. Foto: Fränkle

 

Kurze Wege erleichtern Arbeit / Eröffnungsfeier

Das städtische Jugendamt hat seit Oktober eine neue Adresse in der Südweststadt: Fünf der acht Abteilungen sind nicht länger im Rathaus West und anderen Gebäuden, sondern in der Südendstraße 42 zu finden.

Clown Schorsch alias Georg Schweitzer trug zur offiziellen Eröffnungsfeier mit vielen Gästen am Freitagnachmittag, 24. Januar, einen Tomatenkranz, lotste lautstark durch das Gebäude und kümmerte sich um die „pünktliche“ Programmabfolge von Breakdance, Rap, Rallye und anderen Überraschungen. Locker gehe es hier zu, lobte er, aber zu locker durfte es für seinen Geschmack dann doch nicht sein. „Hände aus den Hosentaschen“ empfahl er einem Gast.

Einladend wirken sie, die frisch renovierten Büros in der Südweststadt. Auf zwei Etagen residieren hier nun die wirtschaftliche Jugendhilfe, die Abteilung Kindertageseinrichtungen, der Pflegekinderdienst, das Kinderbüro und die Jugendhilfeplanung, aber auch die Jugendamtsleitung und das Praxisforschungsprojekt zu innerfamilären Tötungsdelikten. Die Gesellschaft verändere sich in geradezu „atemberaubendem Tempo“ und damit auch die Anforderungen an die Jugendhilfe, unterstrich Bürgermeister Martin Lenz.

Beispiele aus jüngster Zeit seien etwa die Inklusion behinderter Kinder in Tagesstätten und Schulen, der Umbruch in der Hortentwicklung durch Ganztagsschulen oder auch der Ausbau qualifizierter Betreuung für Mädchen und Jungen - ein Bereich, in dem 422 der insgesamt 546 Fachleute des Jugendamts arbeiten. Oder die steigende Zahl an Inobhutnahmen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge - eine Kraft zehrende Aufgabe, die den trotz hohen Drucks und personeller Engpässe „erstaunlich frischen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ (Lenz) viel abverlange.

Seit Oktober landeten täglich zwei Schutzsuchende ohne Eltern in Karlsruhe an, die versorgt und untergebracht werden und für die ein Vormund bestellt werden müsse, erläuterte der Chef der Sozial- und Jugendbehörde, Josef Seekircher.

Ob Eingliederungshilfe oder steigende Obdachlosenzahlen - „die Sozialwelt“ habe sich wegen neuer Aufgaben und höherer Standards „ausgeweitet“. Und so ausgebreitet, dass es unter dem gemeinsamen Dach im Rathaus West zu eng für alle wurde. Dass die Suche nach räumlichen Alternativen erfolgreich war, machte auch Jugendamtsleiterin Dr. Susanne Heynen zufrieden. Die Bündelung erleichtere nicht nur die interne Abstimmung und mache Arbeitsabläufe unkompliziert, auch Familien fänden die Ansprechpartner mehrerer Abteilungen nun an einem Fleck. -maf-

 
 

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