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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Januar 2015

Kundgebung: Karlsruhe lebt das Miteinander

BEKENNTNIS ZUR VIELFALT: Für ein weltoffenes Karlsruhe traten am Montagabend 1.000 Menschen auf dem Stephanplatz bei einer von einem Netzwerk aus 60 Organisationen unterstützten Kundgebung ein. Foto: Fränkle

BEKENNTNIS ZUR VIELFALT: Für ein weltoffenes Karlsruhe traten am Montagabend 1.000 Menschen auf dem Stephanplatz bei einer von einem Netzwerk aus 60 Organisationen unterstützten Kundgebung ein. Foto: Fränkle

 

Zu „Vielfalt willkommen heißen“ kamen über 1.000 Teilnehmer auf Stephanplatz

Nach der Mahnwache auf dem Platz der Grundrechte gegen Hass und Gewalt und dem deutlichen Bekenntnis muslimischer Bürgerinnen und Bürger zur Meinungs- und Pressefreiheit vor dem SWR als Reaktion auf die terroristischen Mordtaten in Paris setzte Karlsruhe jetzt zum dritten Mal ein deutliches Zeichen für ein friedliches Miteinander der Menschen aller Religionen und Kulturen.

Über 1.000 Menschen versammelten sich am Montag auf dem Stephanplatz zu einer Kundgebung unter dem Motto „Vielfalt willkommen heißen“. Adressaten waren die islamkritische Bewegung Pegida und deren Karlsruher Ableger Kargida, der bisher nur via Facebook in Erscheinung getreten war. „No Kargida, kein Spalten der Gesellschaft durch das Schüren diffuser Ängste“ lautete denn auch die klare Botschaft der von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, zahlreichen Organisationen und Initiativen getragenen Veranstaltung.

Und die Teilnehmer, die trotz nasskalten Wetters für Weltoffenheit und Toleranz demonstrierten, zeigten selbst die bunte Vielfalt des friedlichen Miteinanders, das Karlsruhe lebt. In den dicht gedrängten Reihen standen Schüler neben Rentnern, Bürger mit ausländischen Wurzeln neben echten „Ur-Badenern“ und die zahlreich vertretenen Mitglieder des Gemeinderats hatten sich ungeachtet ihres sonstigen Meinungsstreits als „große Karlsruher Koalition“ untergehakt.

Auf sein „vielfaches zivilgesellschaftliche Engagement“ für Weltoffenheit und Solidarität könne „Karlsruhe schon ein wenig stolz sein“, betonte OB Dr. Frank Mentrup in seiner Rede. Der Blick in die Geschichte zeige, „dass es der Stadt immer, wenn Vielfalt da war, gut gegangen ist“. Pegida hingegen wolle Menschen und Volksgruppen ausgrenzen, verstoße somit auch „gegen die Gründungsidee unserer Stadt“.

Der OB warnte davor, „den Rattenfängern hinterherzulaufen“ und lud diejenigen, „die Angst vor der Zukunft haben“ ein, das Gespräch zu suchen und „in der Mitte der Gesellschaft zu bleiben“. An die „Offenheit des Stadtgründers“ erinnerte auch Angel Stürmlinger. Die kulturelle Vielfalt sah der Karlsruher Bezirksvollmächtige der IG Metall als „Basis für die Entwicklung von Gesellschaft und Unternehmen“.

„Wir dürfen die Deutungshoheit über Religionen nicht Fanatikern überlassen“, warb der evangelische Dekan Thomas Schalla für den Dialog auf Augenhöhe. Schalla: „Das geht nur, wenn der Islam seinen Platz in der Gesellschaft hat“. -trö-

 
 

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