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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Februar 2015

Gemeinderat: Verzicht spart Zeit und Geld

OBEN OHNE GLEISE bleibt die Karl-Friedrich-Straße. Bereits Anfang 2016 werden dort die Oberflächen abschnittsweise fertig gestellt. Foto Fränkle

OBEN OHNE GLEISE bleibt die Karl-Friedrich-Straße. Bereits Anfang 2016 werden dort die Oberflächen abschnittsweise fertig gestellt. Foto Fränkle

 

Kein Provisorium bei Südabzweig am Markplatz / Sieben Millionen Euro Kosten eingespart / Sechs bis acht Monate weniger Bauzeit

Erst wenn der Stadtbahntunnel fertig ist, fahren wieder Bahnen auf dem Südabzweig vom Marktplatz in Richtung Hauptbahnhof. Der Gemeinderat stimmte am Dienstag dem von der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) vorgeschlagenen Verzicht auf ein oberirdisches Gleisprovisorium zu.

Neben eingesparten Kosten von sieben bis acht Millionen Euro führte OB Dr. Mentrup auch deutlich geringere Belastungen für die Anwohner ins Feld. Von der schnelleren Fertigstellung der Oberflächen profitiere ebenso der Einzelhandel, den man zudem mit Sonderaktionen noch gezielt unterstützen werde. Weiterer Vorteil: Die Bahnkunden müssten sich nur noch auf einen Fahrplanwechsel einstellen.
„Das spart Zeit und Kosten" signalisierte Stadtrat Dr. Albert Käuflein Zustimmung seitens der CDU-Fraktion. Gleichzeitig bemängelte er, dass der Gemeinderat lediglich „Kenntnis nehmen" solle, obwohl der KASIG-Aufsichtsrat ausdrücklich selbst keinen Beschluss gefasst habe. Informationen seien vorab an die Presse gegangen, die Geschäftsleute in der Ettlinger Straße nicht als Partner eingebunden worden. „Es ist sinnhaft, Gleise nicht nur für zwei Jahre auf- und abzubauen", sprach sich Michael Zeh (SPD) ebenso gegen das Provisorium aus. „Die Buslinie 10 wird angenommen und sollte je nach Baufortschritt weiter bis zum Marktplatz rücken", regte Zeh an.

Chefsache

„Eine frühere Einbindung des Gemeinderats wäre besser gewesen", sah auch Johannes Honné (GRÜNE) „eine Entscheidung des OB, die der Gemeinderat nur zur Kenntnis nimmt". Der Verzicht sei eine deutliche Erschwerung für die Fahrgäste, der er mit Blick auf die Geld- und Zeitersparnis letztlich „mit Bauchschmerzen zustimme". Beeindruckt wie der OB die Kombilösung zur Chefsache gemacht habe zeigte sich Tom Hoyem (FDP) und sprach sich ebenfalls dafür aus, die Haltestelle für die Buslinie 10 möglichst nah an die Pyramide zu verlegen. „Versprechen an die Bürger sollte man halten", bekräftige Jürgen Wenzel (FW) seine im Vorab bereits schriftlich eingereichten Zweifel, wonach der Verzicht auf die Gleise im Südabzweig eine Verstoß gegen den Planfeststellungsbeschluss sei.

Count-Down-Strategie

„Das Kooperationsmarketing wird neu auf gestellt“, nahm OB Mentrup in der Debatte geäußerte Kritik auf. Mit Blick auf die näher rückenden Fertigstellungstermine sei eine Count-Down-Strategie aufzustellen, die auch die gezielte Förderung von Kleinprojekten ermögliche. Die Zustimmung des Gemeindrats sei zwar rechtlich nicht zwingend nötig, dennoch schlage er vor, den Beschluss als „Zustimmende Kenntnisnahme" zu fassen und Anregungen aus einem Änderungsantrag der KULT Fraktion zu Sicherstellung des Radverkehrs und spezifischer Marketing-Maßnahme für die Ettlinger Straße mit „auf den Weg zu nehmen. Diesem Vorschlag des OB versagte nur Wenzel seine Zustimmung -fis-

 

 
 

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