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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Februar 2015

Kultur: Was bewegte den Stadtgründer?

IM LANDESMUSEUM: Markgraf Karl Wilhelm um  1775. Foto: BLM

IM LANDESMUSEUM: Markgraf Karl Wilhelm um 1775. Foto: BLM

 

Badisches Landesmuseum stellte seine drei Ausstellungen zum Stadtgeburtstag vor

Erstmals Stadtgründer Karl Wilhelm nahe kommen, für Gegenwartskultur sensibilisieren und den Geschichten hinter Sammlungsstücken hinterher spüren will das Badische Landesmuseum (BLM) mit drei Ausstellungen zum 300. Stadtgeburtstag.

Auf der Jahrespressekonferenz  gab der neue BLM-Direktor Prof. Dr. Eckart Köhne mit seinem Team erste Einblicke. In der Landesausstellung "Karl Wilhelm 1679 - 1738" steht vom 9. Mai bis zum 18. Oktober im Schloss ein Mensch im Mittelpunkt, der sich nach langen Kriegsjahren und enttäuschter Liebe ab 1715 in seiner neuen Residenz seine Träume zu erfüllen suchte: mit einer neuen Stadt, dem Schloss samt eigener Oper, exotischen Gartenkreationen und Freundinnen.

Als barocke Theaterbühne gestaltet, geht es in der 250 Exponate umfassenden Schau zunächst um die Anfangszeit bis 1709, dann um Residenz und Stadtgründung und schließlich um den absolutistischen, barocken Fürsten zwischen Lust und Last. Das Publikum  findet  sich zuerst in Kulissen wieder, schreitet dann durch ein Waldstück in das Strahlensystem der Planstadt, und kommt in einer Schatzkammer dem Menschen Karl Wilhelm nahe.

Der Stadtgeburtstag wirft für das Museum auch die Frage auf, welche Sammlungsstücke zukunftsfähig sind. Zu sehen sind vom 25. Juli bis 8. November in der Schau "Leben 20.15 - Erinnerungen an heute" für das global vernetzte Jahr 2015 typische Alltagsdinge, Kunstwerke und Designobjekte. Unter den 60 Stücken im Museum beim Markt finden sich in "heimischer Baustellenatmosphäre" Tape-Band oder Manga-Laptop-Tasche. Was sie davon gerne ständig im Museum hätten, können Besucher bei einer Umfrage kund tun.

Zudem sind (neue) Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, ihren  Blick auf die Stadt mittels Fotografien beizusteuern. Deutlich werden soll die Willkommens- und Anerkennungskultur der Stadtgesellschaft. Vom 19. Dezember bis 29. Mai zeigen schließlich die Volontäre des Hauses im Schloss, was sie in ihrer Entdeckungsreise durch die Depots ausgegraben haben. "Ist ja´n Ding! Objekte mit Geschichte"  konfrontiert etwa mit der Maske eines Raubüberfalls oder einer mykenischen Bügelkanne, die mit einem Elektrorasierer bezahlt wurde. -cal-

 
 

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