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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Februar 2015

Kultur: Blick in Abgründe des Seins

DAS KAFFEEHAUS SCHMIDT ist während der Krimtage Schauplatz von Lesungen mit Jörg Böhm sowie Claudia Schmid. Foto: Bastian

DAS KAFFEEHAUS SCHMIDT ist während der Krimtage Schauplatz von Lesungen mit Jörg Böhm sowie Claudia Schmid. Foto: Bastian

 

„Tatort Karlsruhe“: Krimifestival / 28 Autoren

„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ sang Bill Ramsey schon in den 60ern. Und es bleibt dabei: Krimis sind der Deutschen liebstes Genre. Im Fernsehen beschert das Format beste Quoten.

Und auch bei Büchern zählen Geschichten um Mord und Totschlag zu den Verkaufsschlagern. 2002 etablierte das städtische Kulturamt auf Anregung von Krimiautor Wolfgang Burger am „Tatort Karlsruhe“ eigene Krimitage und stellt seither in zweijährigem Turnus ein schaurig-schönes „Mordsprogramm“ zusammen.

Vom 13. bis 21. März ist wieder Gänsehaut garantiert – 28 Autorinnen und Autoren, darunter Szene-Größen wie Zoë Beck, Elisabeth Herrmann, Petra Reski, Friedrich Ani, Georg Haderer, Su Turhan und Jan Costin Wagner, aber auch Schriftsteller aus Karlsruhe und der Region wie Petra Busch, Harald Pflug oder Bernd Leix führen ihre Zuhörer in die Abgründe menschlichen Seins.

Und das an ganz unterschiedlichen Orten. Ob schummrig in der Venus Bar, barock im Fasanenschlösschen, altmodisch im Kaffeehaus Schmidt, unheimlich im Pathologie-Hörsaal des Städtischen Klinikums oder hoch über den Dächern Karlsruhes im Landratsamt.

26 Veranstaltungen versprechen Spannung und Nervenkitzel. Zum Auftakt der achten Ausgabe der Krimitage am 13. März im Rathaus am Marktplatz präsentiert Wolfgang Burger seinen neuesten Roman in der Reihe um Kripochef Gerlach „Die tödliche Geliebte“.

Bereits um 20 Uhr geht es im Schwurgerichtssaal des Landgerichts mit Inge Löhnig und Auszügen aus „Mörderkind, Mörderkind!“ weiter. Deutschlands beliebteste Krimiserie „Tatort“ untersuchte Stefan Scherer. In seinem Vortrag „Moral im Fadenkreuz“ am 18. März bietet der Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft am KIT einen Überblick über 45 Jahre Tatort-Geschichte und gibt Antworten darauf, warum die Reihe auch junge Zuschauer für sich einnimmt.

Den Karlsruhe-Tag am 15. März im Haus Solms gestalten Eva Klingler mit „Teufels Großmutter“, Johannes Hucke mit „Die kleinen Hunde“ und Horst Koch mit „Stein“ als Sonntagsmatinee.

Auf kriminalistische Spurensuchen durch Karlsruhe begibt sich artregioTours, mit „tödlichem Humor“ würzt das Künstlernetzwerk eine Sieben-Frauen-Lesung und ob der Mörder immer der Gärtner ist, untersuchen Brigitte Kampermann und Claudia Mummert in der Durlacher Gärtnerei Friess. Satt hört es sich besser zu und deshalb kombiniert Angela Eßer bei „Pizza, Pasta und Pistolen“ den Krimiabend mit einem Kochkurs.

Das Programm mit vielen freien Eintritten ist in der schwarzen „Tatort“-Broschüre nachzulesen, das bei Partnern, Buchhandlungen und Rathäusern ausliegt. Infos: www.karlsruher-krimitage.de. -red-/-maf-

 
 

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