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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Februar 2015

Stimmen aus dem Gemeinderat: CDU: Kinderbetreuung als städtische Herausforderung

CDU-Stadträtin Marianne Mußgnug

CDU-Stadträtin Marianne Mußgnug

 

Nachdem bereits seit den 90er-Jahren der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für alle 3- bis 6-jährigen Kinder eingeführt wurde, erweiterte das Kinderförderungsgesetz ab dem 1.8.2013 den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder ab dem 1. Geburtstag. Die zuständigen Kommunen sind bei Umsetzung und Finanzierung gefragt und stehen damit vor einer Herausforderung.

Zu beachten ist, neben den gestiegenen Anforderungen an Öffnungszeiten und Flexibilität auch der gestiegene Förderungsbedarf der Kinder, bspw. der Bedarf an Sprachförderung. Die Stadtverwaltung arbeitet zielstrebig an der Umsetzung der durch den Gemeinderat hochgesteckten Ziele

Betreuungssituation optimieren

Für 37,3 % der unter 3-Jährigen konnte man bereits Ende 2013 ein Betreuungsangebot anbieten. Ende 2014 wurden schon knapp 45 % und Ende 2015 können wohl 46 % erreicht werden. Zu beachten ist dabei, dass der Bedarf je nach Stadtteil variiert. Um eine gute Versorgung gewährleisten zu können bedarf es ausgebildeter Fachkräfte. Hier war der Gemeinderat mit Unterstützung der CDU-Fraktion schon tätig und hat in die Ausbildung investiert sowie zahlreiche neue Stellen geschaffen.

Zudem wurde am 21.10.2014 die Entwicklung eines Sprachbildungskonzepts für Kindertageseinrichtungen auf den Weg gebracht. Neben individueller Beratung zur Lösungsfindung im Einzelfall gibt es für Eltern seit Januar 2014 zudem das online-basierte Such- und Vormerksystem smartKITA, welches das Finden eines passenden Betreuungsangebots erleichtert.

Eine Konsequenz des Ausbaus an Betreuungsangeboten zeigt sich jedoch in den aktuellen Haushaltsberatungen. Der Kostendeckungsgrad von Kinderbetreuungseinrichtungen ist nicht wirtschaftlich. Bei der Finanzierung muss das Spannungsfeld zwischen Belastbarkeit der Eltern (Stichwort Elternbeiträge) und Finanzierbarkeit durch und für die Stadt Karlsruhe beachtet werden. Im Wettbewerb um gute Arbeitskräfte ist ein solides Angebot an hochwertiger Kinderbetreuung zudem ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt und auch für ansässige Unternehmen.

Kinderbetreuung ist ein wichtiger Standortfaktor

Eine Kommune tut also gut daran, für ausreichende und gute Kinderbetreuungsangebote zu sorgen. Mit Blick auf den Doppelhaushalt 2015/2016 sowie die mittelfristige Finanzplanung dürfte einem jedoch klar werden: will man in Karlsruhe Quantität und Qualität der Kinderbetreuungsangebote nicht nur erhalten sondern weiter ausbauen wird dies bei gleichzeitiger Ausgabenkonsolidierung wohl die langfristige Auswirkung haben, dass dies nur durch Einsparungen in anderen Aufgaben- und Ausgabenbereichen möglich sein wird.

Dies ist eine nicht gerade populäre Entwicklung, die mit Sicherheit nicht überall für Freude sorgen dürfte. Eine wichtige Anschlussfrage ist, wie es mit Betreuungsmöglichkeiten für Grundschulkinder in Karlsruhe aussieht. Die CDU-Fraktion hat einen Antrag in den Gemeinderat eingebracht, um so eine aktuelle Erhebung des Bedarfs und die Wünsche der Eltern für eine bedarfsorientierte Planung zu erhalten.

Marianne Mußgnug
CDU-Stadträtin

 
 

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