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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. März 2015

Kultur: Habt keine Angst vor der Hyäne

ANGELA MCROBBIE ist Kulturwissenschaftlerin und beschäftigt sich mit Erwartungen an Frauen. Ihr Vortrag im Badischen Kunstverein befasst sich mit den Mechanismen kreativer Arbeit. Foto: pr

ANGELA MCROBBIE ist Kulturwissenschaftlerin und beschäftigt sich mit Erwartungen an Frauen. Ihr Vortrag im Badischen Kunstverein befasst sich mit den Mechanismen kreativer Arbeit. Foto: pr

„EINE FLEXIBLE FRAU“: Das Debüt der Berliner Filmemacherin Tatjana Turanskyj über eine arbeitslose Architektin zeigt die Kinemathek. Foto: pr

„EINE FLEXIBLE FRAU“: Das Debüt der Berliner Filmemacherin Tatjana Turanskyj über eine arbeitslose Architektin zeigt die Kinemathek. Foto: pr

 

Frauenperspektiven vom 17. bis 26. April / 13. Ausgabe des Mehrspartenfestival zum Thema „Über Arbeit - Über Leben“

Was assoziiert man gemeinhin mit einer Hyäne? Nichts Nettes, eher Abwertendes. Frauen werden gerne als solche verunglimpft.

Mit der Wahl einer Hyäne als Symbol der diesjährigen Frauenperspektiven „Über Arbeit - Über Leben“ (17. bis 26. April) betrete das Festivalteam „wankenden Boden“, sagte denn auch Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche kürzlich bei der Vorstellung des Programms im Tempel. „Selbstbewusst und selbstironisch“ habe man sich nichtsdestotrotz für das Motiv der „eigentlichen Königin der Savanne“ entschieden, verdeutliche sie doch „jene Kluft zwischen mythischer, biologischer und selbstdefinierter Identität, innerhalb derer sich Frauen oft wiederfinden.“

Gesellschaftspolitische Fragen

Unter der Regie des Kulturamts betrachten 19 beteiligte Kulturinitiativen Lebens- und Arbeitswelten aus weiblicher Perspektive. Konzentriert auf neun Tage, geht es bei den insgesamt 33 Programmpunkten um arbeitsmarktkritische Themen wie Bezahlung und prekäre Beschäftigung, Rollenbilder und Vermittlungshemmnisse, Arbeitsstrukturen und Machtverhältnisse, aber auch um Zukunftsträume. Zum 20. Geburtstag des Festivals vor vier Jahren habe man sich entschieden, verstärkt gesellschaftspolitische Fragen aufzuwerfen, es zu verjüngen und den Dialog anzuregen, erläuterte Asche die Neuausrichtung der seit 1991 in zweijährigem Rhythmus stattfindenden Reihe. Während andernorts der Generationenwechsel verpasst wurde, hat das Karlsruher Festival nicht zuletzt wegen dieser Zäsur überlebt und gilt nun bundesweit als größtes seiner Art im Mehrspartenbereich.

Vielfältige Formate

Die Formate sind vielfältig wie ihr Inhalt und reichen von Ausstellungen und Kabarett über Filme und Vorträge bis zu Coaching und Partys. Zur Eröffnung am 16. April im Substage rappt nach dem Podiumsgespräch Cora E. An der Kinderbetreuung dürfte die Teilnahme nicht scheitern, denn die sei gewährleistet, kündigte Festivalmanagerin Birgit Reich an. Und wer trotzdem passen muss, kann sich später die Videoaufzeichnung ansehen. Familien- und Sorgearbeit beleuchtet der „Care-Sonntag“ (19. April) im Jubez und in der VHS räumen die Autorinnen von „Die Alles-ist-möglich-Lüge“ mit der „politisch behaupteten“ Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf.

ZKM und Literarische Gesellschaft beschreiten neue Wege und zeigen ihre Ausstellung „Frauen Video Arbeiten“ ausschließlich online. Fester Festivalbestandteil ist die Verleihung des Hanna-Nagel-Preises, den dieses Mal Simone Demandt erhält. Zu kopflastig, das Ganze? „Nein“, sagt Susanne Asche, „es wird durchaus lustvoll sein“. Infos: www.karlsruhe.de/frauenperspektiven.  -maf-

 
 

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