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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. März 2015

Woche der Brüderlichkeit: Interreligiöser Dialog im Fokus

IM GESPRÄCH: Der stellvertretende katholische Stadtdekan Erhard Bechtold, OB Mentrup, Solange Rosenberg (Jüdische Gemeinde), Landesbischof Cornelius-Bundschuh und Pfarrer Ulrich Schadt. Foto: Knopf

IM GESPRÄCH: Der stellvertretende katholische Stadtdekan Erhard Bechtold, OB Mentrup, Solange Rosenberg (Jüdische Gemeinde), Landesbischof Cornelius-Bundschuh und Pfarrer Ulrich Schadt. Foto: Knopf

 

Veranstaltungen der Reihe noch bis Sonntag / Gespräche heutzutage wichtiger denn je

Voll besetzt war der Bürgersaal des Rathauses beim Auftakt der „Woche der Brüderlichkeit“ der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Karlsruhe am Sonntag. Eine Woche lang steht der interreligiöse Dialog im Zentrum der Veranstaltungsreihe, die es bereits seit 1951 in der Fächerstadt gibt, und die noch bis Sonntag andauert.

In seiner Begrüßung bei der Auftaktveranstaltung betonte OB Frank Mentrup, dass der interreligiöse Dialog wichtiger sei denn je. „Gerade in diesen Zeiten wollen wir am Dialog festhalten. Wir möchten uns auch von jenen abgrenzen, die ihr terroristisches Tun mit religiösen Aussagen begründen.“ Karlsruhe als liberale und internationale Stadt stehe für religiösen Austausch und Toleranz.

Das Motto der Reihe „Der Weg entsteht beim Gehen“ sei inspirierend und mache Mut. Mentrup freute sich darüber, dass so viele Menschen nach dem Pariser Terroranschlag zusammen standen, ebenso, dass Bürger friedlich gegen einen Pegida-Ableger in Karlsruhe demonstrierten. Gerade auch der „Garten der Religionen“ zum Stadtgeburtstag weise den Weg.

In seinem Festvortrag ging der Evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh auf das christlich-jüdische Miteinander ein. „Nur wer sich erinnert und die Schuld nicht wegschiebt, findet Kraft zur Umkehr und Versöhnung.“ Er erinnerte an die Treffen von jüdischen Jugendlichen mit Altersgenossen aus Baden Ende der 60er Jahre. Das jüdische Leben sei viele Jahre nach dem Holocaust in Deutschland glücklicherweise wieder erstarkt.

„Es ist Teil unseres kulturellen Erbes. Es ist ein großes Geschenk, dass das jüdische Leben wieder Teil unseres Alltags ist.“ Umso weniger dürfe es akzeptiert werden, dass es heute wieder gefährlich sei mit der Kippa aus dem Haus zu gehen. „Beim jüngsten Gaza-Krieg wurden die Grenzen der politischen Kultur deutlich überschritten. Es darf nicht sein, dass Juden sich bei uns bedroht fühlen und daran denken auszuwandern“. Hier sei Solidarität und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus gefragt, so der Landesbischof.

David Seldner, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Karlsruhe, bedankte sich bei seinen Vorrednern. „Es ist wohltuend solche Worte nach Paris und Kopenhagen zu hören und ich freue mich, dass so viele heute erschienen sind.“ Für das musikalische Programm sorgte der junge Kammerchor „Lutherana“.

Den Abschluss der Woche bildet am Sonntag, 15. März, um  11 Uhr eine Führung durch die Synagoge in der Knielinger Allee 11. -voko-

 
 

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