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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. März 2015

Gesundheit: Offensiv trotz Demenz

ENGAGIERTE KÄMPFERIN: Die demenzkranke ehemalige Dolmetscherin Helga Rohra. Foto: Fränkle

ENGAGIERTE KÄMPFERIN: Die demenzkranke ehemalige Dolmetscherin Helga Rohra. Foto: Fränkle

 

Gefördert vom Bundesfamilienministerium, gibt es jetzt in Karlsruhe eine "Demenz-Initiative Karlsruhe". Hier arbeiten unterschiedliche Institutionen zur Unterstützung und Hilfe für an Demenz Erkrankte zusammen.

Als Ziel hat sich die Initiative gesetzt, Demenzkranken in der Frühphase der Erkrankung mit nicht-medizinischen Therapien zu helfen. Die Organisationen haben jetzt, unterstützt vom städtischen Seniorenbüro, als erste Aktion gleich eine ganze Woche mit Veranstaltungen rund um das Thema Demenz organisiert.

Den Auftakt machte am Montag in der Pädagogischen Hochschule der fulminante Vortrag einer betroffenen. Helga Rohra aus München, einstmals viel gefragte Dolmetscherin bei internationalen Kongressen, die neun Sprachen beherrschte, lebt seit einem knappen Jahrzehnt mit der Diagnose "Levy-Body-Demenz". Das ist nach Alzheimer und vaskulärer Demenz die dritthäufigste Demenzform.

Rohra streitet seither mit großem Engagement und soweit sie es noch kann national und international dafür, dass Demenz als Krankheit und Behinderung anerkannt wird.

Auch am Montag hatte sie in ihrer rund einstündigen Rede kaum ein gutes Wort für Ärzte und Politik. So klagte sie etwa darüber, dass Demenzkranke sehr lange auf die richtige Diagnose warten müssten und dann gedankenlos mit Medikamenten vollgestopft würden. Dabei gibt es so gut wie keine wirksamen Medikamente. Und sie rief in den Saal: "Man muss sich nicht dafür schämen, dement zu sein!" -erg-

 
 

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