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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. März 2015

Kriminalität: Polizei setzt sich Ziel

 

Einbrüche sollen deutlich abnehmen / Aufklärung steigt

Die Polizei will ihren Kampf ausweiten und die Einbruchswelle dieses Jahr um einen zweistelligen Prozentwert kappen. Das gab Polizeipräsident Günther Freisleben bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2014 als Ziel aus.

Gerne verkündete er zudem als einziges Polizeipräsidium (PP) einen Rückgang der „Rohheitsdelikte“ wie Raub und Körperverletzung, um 2,5 Prozent, sowie eine höhere Aufklärungsquote von insgesamt 56,9 Prozent - plus 1,2 gegenüber 2013. Im Land lag sie bei 58,9 (+ 0,9) Prozent.

In Summe wurden im Zuständigkeitsbereich 1,9 Prozent mehr Straftaten begangen, landesweit 3,2. „Problemkind“  des PP bleibe Pforzheim, und es waren so viele falsche Fünfziger im Umlauf wie noch nie zuvor.
Erst gut ein halbes Jahr im Amt, will Freisleben sich an der eigenen Vorgabe messen lassen und diese als Appell an jede Streife verstanden wissen.

Trendwende im Blick

Angesichts seiner ersten Bilanz blieb der für ein an Einwohnern und Fläche das Saarland übertreffende Gebiet verantwortliche Präsident selbstkritisch: „Insgesamt bin ich nicht zufrieden.“ Die schwerpunktmäßig von gut organisierten georgischen Tätern verübten Einbrüche sind deutlich weniger als zuletzt oder im Land (+ 19,4), aber erneut um 4,4 Prozent angestiegen.

„Wir wollen die Trendwende“, so Freisleben, der auch ob äußerst angespannter Personalsituation klare Prioritäten ankündigte: „Wenn wir die eine oder andere Geschwindigkeitskontrolle weniger machen, nehme ich das in Kauf.“ Immerhin konnten die Einbruchs-Aufklärung auf 13,5 (6,2) und der Anteil der Versuche auf 44,8 (38) Prozent gesteigert werden - etwa durch Aufrüstung von Eingängen, oft Folge technischer Beratungen. 2014 führte das PP 2500 durch.

Dass mehr Einbrüche als 2013 zu zählen waren, führte Leitender Kriminaldirektor Karl-Heinz Ruff vor allem auf Quartal eins zurück. Seit die effektive Sondereinheit im April, Mai die Arbeit aufnahm, halte ein positiver Trend. Die Führung betonte, dass Prävention nicht allein Polizeiaufgabe sei. Diebstähle aus Autos (+ 27,6 Prozent im PP) und von Rädern (+ 11,7) ließen sich schwierig ermitteln, aber durch mehr Achtsamkeit häufig verhindern.

Spannungen und Gewalt nehmen zu

„Das Gewaltpotenzial ist nicht mehr hinnehmbar. Wir haben eine Erosion des Respekts, das betrifft nicht nur die Polizei.“ So pointierte Polizeipräsident Günther Freisleben Erfahrungen von Großeinsätzen zu Demos oder Fußballspielen und Routinefällen. Auch im Zusammenhang mit Asyl Suchenden und ihren Konflikten, wobei er Kriegsflüchtlinge ausnimmt, spricht Freisleben von „Personal fressenden Aufgaben“.

Die Polizei leidet mit unter den gesellschaftlichen Spannungen. Dass Einzelne sich etwa herausnähmen, notfalls gewaltsam zu diktieren, wer Versammlungsfreiheit nutzen darf, sei gefährlich. Darum freut es ihn, dass mehr Präsenz für Gespräche auch durchaus Bürgern wie Beamten gefalle. -mab-

 

 
 

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