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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. März 2015

Gemeinderat: „Platz der Menschenrechte“ Schnittstelle von Kultur und Recht

DIE FLÄCHE VOR DEM ZKM soll künftig „Platz der Menschenrechte“ heißen. Darauf einigte sich der Gemeinderat nach gründlicher Abwägung aller Argumente auch für alternative Standorte. Foto: Müller-Gmelin

DIE FLÄCHE VOR DEM ZKM soll künftig „Platz der Menschenrechte“ heißen. Darauf einigte sich der Gemeinderat nach gründlicher Abwägung aller Argumente auch für alternative Standorte. Foto: Müller-Gmelin

 

Gemeinderat votiert mit großer Mehrheit für die Fläche vor dem ZKM als Standort

Doppelt hält besser: Einen „Platz der Grundrechte“ zwischen Schlossplatz und Zirkel hat Karlsruhe bereits, jetzt soll die Fächerstadt vor dem Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) noch einen „Platz der Menschenrechte“ bekommen. Mit großer Mehrheit bei zwei Enthaltungen der GfK-Stadträte einigte sich der Gemeinderat auf diesen Standort.

Der Platz umfasst das Areal zwischen dem ZKM-Hallenbau im Westen, Kubus und Filmpalast im Süden, Erinnerungsstele und Bundesanwaltschaft im Norden und Brauerstraße im Osten.

Anfang Februar hatten SPD, GRÜNE, KULT, Linke und Freie Wähler das Thema aufgegriffen und die Fläche östlich der Gaststätte Alter Schlachthof vor dem Menschenrechtszentrum ins Spiel gebracht. Sie wurde nach weiteren Diskussionen in Kultur- und Bauausschuss jedoch ebenso verworfen wie der Bahnhofplatz, Kirchplatz St. Stephan und der Rondellplatz.

Für die ZKM-Variante sprach, dass Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg in den Hallen der früheren Rüstungsfabrik Munition produzierten und dieser Ort die systematische Verletzung von Menschenrechten, mit der benachbarten Bundesanwaltschaft heute aber auch deren Schutz symbolisiere. Die Verwaltung hatte schließlich nur noch den einen Vorschlag ins Rennen geschickt.

Die Entscheidung beziehe Vergangenheit und Gegenwart ein, war CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein erleichtert darüber, dass man sich die Zeit genommen habe, das Für und Wider abzuwägen. Auch ZKM-Leiter Peter Weibel sei von dem Votum angetan, damit passte für SPD-Stadträtin Elke Ernemann einfach „alles ideal“. Für den Platz vor dem ZKM spreche die „konkrete thematische Verbundenheit“, sagte Dr. Ute Leidig (GRÜNE), die sich mit der Abkehr vom Schlachthof etwas schwer tat. Auch KULT-Stadtrat Dr. Eberhard Fischer hatte sein Einverständnis unter den Vorbehalt gestellt, dass die Akteure um das Menschenrechtszentrum mit der neuen Lösung einverstanden seien.

Die Unterscheidung von Grund- und Menschenrechten bedürfe theologisch-philosophischer Abhandlungen - damit ergab sich für Tom Høyem (FDP) ein „intellektuelles Problem.“ Einverstanden waren letztlich auch Dr. Paul Schmidt (AfD), Sabine Zürn (Linke) sowie Jürgen Wenzel (FW). Dass der Rondellplatz nicht zum Zug kam, wertete GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach als „verpasste Chance“. Die Achse zwischen Schlossplatz und Ettlinger Tor sei Teil der Via Triumphalis und von hohem Symbolgehalt. -maf-

 
 

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