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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. März 2015

Geschichte: Einfluss auf Stadtentwicklung

HERMANN SCHNEIDER. Bild: Stadtarchiv

HERMANN SCHNEIDER. Bild: Stadtarchiv

 

Bürgermeister Hermann Schneider vor 50 Jahren gestorben

Was er in den 1920er Jahren zu Papier bebracht hat, wirkt auch heute in Karlsruhe noch nach. Gäbe es allerdings die Hermann-Schneider-Allee nach Rappenwört nicht, würde wahrscheinlich kaum jemand mehr diesen Namen kennen. Und doch hat Hermann Schneider die Entwicklung Karlsruhes entscheidend beeinflusst - und die Stadt nebenbei zur Hochburg einer Sportart gemacht.

Hermann Schneider, 1881 in Emmendingen geboren, wurde 1919 zum Technischen Bürgermeister in Karlsruhe berufen und für Stadtplanung und Bauwesen verantwortlich. Er war maßgeblich am Entstehen des Generalbebauungsplans beteiligt, der 1926 in Kraft trat.

Ein Inhalt des Plans war der Bau des Rheinstrandbades Rappenwört, des seinerzeit modernsten Strandbades in Deutschland. Die Gebäude des Bades und der benachbarten Vogelschutzwarte, heute Naturschutzzentrum, entstanden im Stil des "Neuen Bauens", ebenso wie die Dammerstocksiedlung, die auch in der Ägide Schneiders entstand.

Auf einer Dienstreise nach New York zu einem Städtebaukongress lernte er an Bord seines Schiffs eine Sportart kennen, die er als "Ringtennis" in Deutschland und Karlsruhe einführte. In Rappenwört gab es zeitweise bis zu 60 Felder, auf denen sich die Sporttreibenden einen Gummiring übers Netz zuwerfen konnten.

Hermann Schneider wurde 1928 mit großer Mehrheit in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt, musste aber 1933 auf Druck der Nationalsozialisten zurücktreten. Danach war er als beratender Ingenieur tätig und entwickelte ein Verfahren für Bodenverdichtung und Betonherstellung unter Wasser. Hermann Schneider verstarb am 26. März 1965 in Freiburg. -erg-

 
 

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