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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. März 2015

Kultur: Bambi zieht die Blicke auf sich

EIN RIESIGES MAJOLIKA-BAMBI soll am Festplatz die glamourösen Fünfziger erinnern, als das Rehkitz in der Schwarzwaldhalle an die damalige Schauspielerelite verliehen wurde. Foto: pr

EIN RIESIGES MAJOLIKA-BAMBI soll am Festplatz die glamourösen Fünfziger erinnern, als das Rehkitz in der Schwarzwaldhalle an die damalige Schauspielerelite verliehen wurde. Foto: pr

 

Hochschule Karlsruhe entwickelte Ideen für Vermarktung der Majolika-Manufaktur

Karlsruhe gehört zur Majolika und die Majolika zu Karlsruhe. Nur wissen die wenigsten noch um die Pionierrolle, die sie bei ihrer Gründung 1901 einnahm und um die Einzigartigkeit des Unternehmens als Keramik-Manufaktur in Deutschland.

Man kennt zwar den blauen Strahl im Schlossgarten oder die gelben Sonnenfächer-Fliesen in der Waldstraße, bringt aber Produkt und Hersteller nicht (mehr) zusammen. Die Majolika müsse im Stadtbild sichtbarer werden, brauche für ihre wirtschaftliche Stabilität mehr große und kleine Aufträge, findet deren Geschäftsführer Dr. Dieter Kistner.

Und weil Karlsruhe nicht nur die Majolika, sondern auch viele schlaue Köpfe hat, gab er die „Denksportaufgabe“ kurzerhand an Wirtschaftsinformatiker der Hochschule Karlsruhe weiter, die sich als Semesterarbeit im Team und unter realistischen Bedingungen den Wünschen ihres Kunden widmeten.

Was dabei heraus kam, präsentierten die Gruppe und ihre Professoren-Coachs Dr. Andreas Heberle und Dr. Stefanie Regier jetzt im Rathaus den beiden Bürgermeistern Wolfram Jäger (Kultur) und Michael Obert (Bauen und Planen) sowie Majolika-Stiftungsvorstand Klaus Lindemann.

Klein-Klein war gestern, für die jungen Kreativen wird es richtig groß. Sie planen Karlsruhe als keramischen Metapark. Künstler mit internationalem Ruf  gestalteten dafür überdimensionale Keramik-Skulpturen und platzierten sie als „optische Signale“ an zentralen Orten. Am Hauptbahnhof, klar. Aber auch am Baden-Airpark, der Messe oder am Marktplatz. Das sorge für Aufmerksamkeit, locke Touristen.

Auf dem Festplatz zieht ein riesiges Bambi die Blicke auf sich. Das wohl bekannteste Produkt der Manufaktur soll an die glamourösen Fünfziger erinnern, als das Rehkitz in der Schwarzwaldhalle an die Schauspielerelite verliehen wurde. Für die Verbindung von Technik und Tradition stünden - ebenfalls aus Keramik gefertigte - QR-Codes mit dynamischen Inhalten. Und als kleine Schwester des großen Metaparks könne ein tierischer Skulpturenpfad entlang der Wege im Zoologischen Stadtgarten fungieren.

Ideen sind das eine, deren Realisierung das andere. Und so versahen die Wirtschaftsinformatiker ihre Überlegungen mit Preisschildern, Zeithorizont und Finanzierungsmodellen. Was daraus wird, ist derzeit unklar, handelt es sich zunächst doch lediglich um einen „Denkanstoß“.  Die Semesterarbeit enthalte jedoch „interessante Aspekte“, lobte EB Jäger und versprach, zuständige Gremien damit zu befassen. -maf-

 
 

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