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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. März 2015

Naturschutz: Bessere Absprachen

ENGER KOOPERIEREN wollen Stadt und Naturschutzverbände. Foto: Fränkle

ENGER KOOPERIEREN wollen Stadt und Naturschutzverbände. Foto: Fränkle

 

Forstarbeit soll ökologischer werden

Es war ein großer Aufreger, als beim Grötzinger Baggersee die Bäume, vor allem Eschen, auf einem etwa halben Hektar gefällt wurden. Hauptkritikpunkte waren unter anderem neben der Gebietsgröße auch die Entfernung der Haselsträucher ohne Rücksicht auf die Haselmaus und den Zeitpunkt, der mit der Amphibienwanderung zusammenfiel.

„Die Kritik war absolut berechtigt, es wurden Fehler gemacht“, räumte Bürgermeister Klaus Stapf letzten Donnerstag ein. Zusammen mit Forstamtsleiter Ulrich Kienzler, dem Vorsitzenden des Karlsruher Naturschutzbundes (NABU), Artur Bossert, und Hartmut Weinrebe, dem Regional-Geschäftsführer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), gab er eine gemeinsame Erklärung ab, wie so etwas in Zukunft vermieden werden soll.

Kernaussage dieser Vereinbarung ist, dass sich die Kommunikation zwischen dem Forstamt, der Naturschutzverwaltung und Naturschutzverbänden verbessern und im Vorfeld besser abgestimmt werden soll. Außerdem wird ein Waldrefugium ausgewiesen werden, an dem keine Forstarbeiten durchgeführt werden. Die Eichen, die auf der Fläche stehen, bleiben als so genannte Habitatbäume.

Die Neuaufforstung soll im Herbst beginnen. Eschen werden aber nicht mehr gepflanzt, stattdessen sollen hauptsächlich Eichen auf die Fläche. „Eschen dürfen wir nicht pflanzen. wir werden diese Baumart auch weitgehend verlieren“, sagte Kienzler. Wegen einer Pilzerkrankung steht die Esche kurz vor dem Aussterben.

Es wird laut Kienzler davon ausgegangen, dass lediglich drei bis fünf Prozent überleben werden. Das sei auch der Grund, warum es zu diesem Kahlschlag kam. „Wir hätten aber sensibler vorgehen müssen“, gibt der Forstamtsleiter zu. -jäm-

 
 

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