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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. März 2015

Stadtgeburtstag: Symbol für Weltoffenheit und Liberalität der Stadt

UNGEWÖHNLICHE ARCHITEKTUR MIT STRAHLKRAFT: Die Verbindung von der Historie zur Moderne knüpfen will der KA300-Pavillon. Das Bauwerk, das zum zentralen Veranstaltungsort des Festivalsommers wird, steht im Rohbau.   Foto: Müller-Gmelin

UNGEWÖHNLICHE ARCHITEKTUR MIT STRAHLKRAFT: Die Verbindung von der Historie zur Moderne knüpfen will der KA300-Pavillon. Das Bauwerk, das zum zentralen Veranstaltungsort des Festivalsommers wird, steht im Rohbau. Foto: Müller-Gmelin

SCHNAPPSCHUSS: OB Dr. Frank Mentrup, Architekt Jürgen Mayer H. und Martin Wacker (v. l.) setzten sich am Selfie-Point ins rechte Bild. Foto: Müller-Gmelin

SCHNAPPSCHUSS: OB Dr. Frank Mentrup, Architekt Jürgen Mayer H. und Martin Wacker (v. l.) setzten sich am Selfie-Point ins rechte Bild. Foto: Müller-Gmelin

 

Richtfest bei KA300-Pavillon im Schlossgarten / Das Herzstück des Festivalsommers nimmt Formen an

Der Pavillon im Schlossgarten wird zum zentralen Schauplatz der Feiern zum 300. Stadtgeburtstag. Von Juni bis September sollen in der 16 Meter hohen Holzstabkonstruktion hinter dem Schloss mehr als 400 der 500 Programmpunkte des 100-tägigen Veranstaltungsreigens über die Bühne gehen. Das Herzstück des Festivalsommers nimmt jetzt Formen an.

Das Richtfest am Dienstag beendete den Rohbau, bis zu Fertigstellung im Juni verbauen die Handwerker auf der 1.500 Quadratmeter großen Fläche noch 234 Kubikmeter Brettschichtholz in Stab- und Plattenformat.

Von Bürgern für Bürger

Das von 102 bis zu 19 Meter langen schrägen Stützen geprägte Projekt ist allerdings weit mehr als nur Hingucker, architektonisches Kunstwerk und attraktiver Veranstaltungsort. Den nach Plänen des renommierten Stuttgarter Architekten Jürgen Mayer H. in der Sichtachse zum Schloss entstehenden 1,2 Millionen teuren Neuling bezeichnete OB Dr. Frank Mentrup beim Richtfest auch als „ Geschenk der Bürger für die Bürger“.  Mit der temporären Holzkonstruktion, die bereits vielerorts für Gesprächsstoff sorge, nähmen die Karlsruher, so Mentrup, „den Schlossgarten zur Feier ihres 300. Stadtgeburtstags in Besitz“.

Darüber hinaus sei die transparente Bauweise  auch „ein Symbol für die Liberalität und Weltoffenheit, die Karlsruhe seit seiner Gründung auszeichnen und prägen“, spannte der OB den Bogen zurück zu den historischen Wurzeln. Dank der in seinem Privilegienbrief von 1715 garantierten neun Freiheiten war es Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach gelungen, Menschen aus ganz Europa unabhängig von Weltanschauung oder Religion nach Karlsruhe zu holen. Mentrup: „Menschen, die sich etwas Neues aufbauen wollten, ihre Ideen und Ideale einbrachten“. Dies sei die Grundlage dafür gewesen, „ein prosperierendes Gemeinwesen“ aufzubauen.

Ort der Begegnung

Der Pavillon solle Historie und heutige Architektur miteinander verbinden, sah Architekt Jürgen Mayer H. seinen Entwurf als „offenes, demokratisches Raster“, das dem absolutistischen Blickwinkel mit dem Schloss im Mittelpunkt entgegen gestellt werde. Mayer H. hoffte, dass der Pavillon im Festivalsommer auch „außerhalb des offiziellen Programm kräftig bespielt wird“.

Für KA300-Projektgeschäftsführer Martin Wacker ist der Pavillon ein „echter Ort des Austauschs und der Begegnung“. Bevor Polier Thomas Scholze mit dem Richtspruch der Zimmerleute die erste Hälfte des Bauzeit offiziell beendete, führte Wacker den Gästen der Feier das muntere Treiben vor Augen, das im Sommer „die Herzkammer“ mit Leben erfüllen soll. Vorträge, Vorführungen, Diskussionen, Ausstellungen, Mitmachaktionen „und das jeden Tag von 7 bis 24 Uhr“, versprach er den Besuchern.

Der Veranstaltungspavillon erstreckt sich über eine Grundfläche von 52 auf 27 Meter und ist bis zu 16,4 Metern hoch. Im Erdgeschoss mit Bühne, Café und Infothek können bis zu 600 Besucher Platz finden. Das Bauwerk hat eine Raumhöhe von 5,20 Metern und verfügt weiter über eine Ausstellungsebene und zwei Aussichtsplattformen. Bei gutem Wetter lassen sich die Seitenwände komplett öffnen.

Materialien bleiben in der Region

Nach dem Festivalsommer wird die temporäre Konstruktion abgebaut, die Rasenfläche renaturiert. Die eingesetzten Materialien bleiben in der Region, aus dem Holz entstehen, so Wacker, „bleibende Erinnerungen für die Bürger von Karlsruhe“.

Religionsfreiheit stand ganz oben im Privilegienbrief. Und das Miteinander der Glaubensrichtungen als „zentraler Bestandteil einer liberalen und offenen Gesellschaft“, so Mentrup, spielte auch beim Richtfest eine wichtige Rolle. Gleich nach der vom Jagdhornbläsercorps Karlsruhe umrahmten Feier unterstrichen der evangelische Dekan Dr. Thomas Schalla, sein katholischer Amtskollege Hubert Streckert, David Seldner (Jüdische Gemeinde) und Matthias Schneiderbanger (Dachverband der muslimischen Vereine) im gemeinsamen Gebet die Zusammengehörigkeit von Religion und Freiheit. -trö-

 
 

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