Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. April 2015

Gemeinderat: Verwertung der Bioabfälle europaweit ausschreiben

VERWERTUNG DER BIOABFÄLLE: Gemeinderat beschließt Verfahren zur Ausschreibung und legt Kriterien fest.

VERWERTUNG DER BIOABFÄLLE: Gemeinderat beschließt Verfahren zur Ausschreibung und legt Kriterien fest.

 

Gemeinderat legt die Kriterien fest und beschließt das Verfahren / Einstimmige Entscheidung mit einer Enthaltung

Der Gemeinderat hat vorige Woche ein Verfahren beschlossen, wie die Prozedur aussehen soll, nach der die Vergärung der in Karlsruhe anfallenden Bioabfälle ausgeschrieben wird.

Die derzeit jährlich etwa 14.000 und in der Perspektive rund 20.000 Tonnen werden von städtischen Fahrzeugen eingesammelt und innerhalb des Stadtgebiets an den Verwerter übergeben, der die Ausschreibung gewinnt. Dieser muss die im Rahmen der städtischen Planungen für eine Trockenvergärung ermittelten ökologischen Ergebnisse als Mindeststandards einhalten.

Die Diskussion war notwendig, weil die Nassvergärungsanlage bei der ehemaligen Deponie Durlach nicht mehr dem technischen Stand entspricht und zudem das steigende Aufkommen nicht mehr verarbeiten kann. Eine Bürgerbeteiligung in Form einer Konsensuskonferenz hatte dann vorgeschlagen, die Verwertung der Bioabfälle fremd zu vergeben. Dem hat der Gemeinderat im Oktober vorigen Jahres zugestimmt und das Amt für Abfallwirtschaft damit beauftragt, Kriterien für eine europaweite Ausschreibung auszuarbeiten.

Geeignete Unternehmen der Entsorgungswirtschaft werden zur Angebotsabgabe aufgefordert. Über die Angebote wird verhandelt und auf das unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte wirtschaftlichste Angebot der Zuschlag erteilt.

Die Bioabfälle müssen vergoren werden. Die dazu notwendige Anlage darf nicht weiter als 150 Kilometer von Karlsruhe entfernt stehen und der Behandlungspreis darf den Nettobetrag von 70 Euro pro Tonne nicht überschreiten. Die Zuschlagskriterien werden gewichtet. Dabei schlägt der Preis mit 60 Prozent zu Buche, die Qualität des Energieverwertungskonzepts mit 20 Prozent und die Qualität des Reststoffverwertungskonzepts sowie die Entfernung mit je zehn Prozent.

Es ist geplant, dass der Gemeinderat nach Beratungen in den Ausschüssen das Verfahren im November vergibt. Leistungsbeginn ist für den 1. Juli 2016 vorgesehen.

Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) konnte dem Antrag der Verwaltung nicht zustimmen, weil er zur Vermeidung von Mülltourismus die Entfernung mit 30 Prozent und stattdessen den Preis lediglich mit 40 Prozent bewertet sehen wollte. Er enthielt sich der Stimme. Ansonsten hat der Gemeinderat zugestimmt. -erg-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe