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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. April 2015

Kultur: Der andere Blick auf den leidenden Jesus

CHOREOGRAFIE ZUR AUSSTELLUNGSEERÖFFNUNG: Hoffnung und Erlösung statt Christi Leiden. Foto: Bastian

CHOREOGRAFIE ZUR AUSSTELLUNGSEERÖFFNUNG: Hoffnung und Erlösung statt Christi Leiden. Foto: Bastian

 

Es sind klassische biblische Passionsszenen. Jesus am Kreuz, verzweifelt, nach Gott rufend. Und doch ist alles anders. Modern und ungewöhnlich. Dunkel der Hintergrund, dramatisch das Licht.

Die Heidelberger Fotokünstlerin Gülay Keskin hat überlieferte Bilder zeitgemäß interpretiert. Mit ihrem großformatigen Ausstellungs-Zyklus „Jesus“ in der Evangelischen Stadtkirche lädt sie Besucherinnen und Besucher noch bis 12. April zu einem anderen Blick auf den Religionsgründer ein.

„So vertraut die Bilder vom leidenden Jesus sind, so neu berührend wirken sie durch die Fotografie“, so Pfarrer Dirk Keller über die fotografische Neuinszenierung. Zu dem Projekt inspiriert habe sie die Jesuitenkirche in Heidelberg, in deren Seitengängen faszinierende, den Kreuzweg Jesu visualisierende Ölgemälde „von dramatischer Würde“ hingen, sagt die Künstlerin im zum Eröffnungsgottesdienst eingespielten Videointerview.

Die Figur Jesu „der im Geiste ein Widerständiger war, aber physisch in seinen Taten und Handlungen eher das Gegenteil“ habe sie fasziniert. Zunächst herrschten Zweifel vor. „Das kann ich nicht machen“, sagte sich Keskin, schließlich handle es sich nicht um „irgendeinen Menschen.“ Auch Modell Michele Tamborini, kämpfte mit einer „Mischung aus Skepsis und Ehrfurcht“, aber auch er hat sich letztlich dafür entschieden. Noch bis 12. April ist die Schau zu sehen, für deren Eröffnung Flavio Salamanka und Reginaldo Oliviera vom Badischen Staatstheater eigens eine Choreografie zu Johann Sebastian Bachs Orgelwerk Toccata C-Dur entwarfen und tanzten. Und im Gegensatz zu den Bildern der Ausstellung stand dabei nicht das Leiden Christi im Vordergrund, sondern die Hoffnung auf Erlösung. Offen ist die Kirche außer zu Gottesdiensten werktags von 13 bis 15 Uhr. -maf-

 
 

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